Venezuela: die trapsende Nachtigall


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Heiko Maas ließ soeben verlautbaren, daß in Venezuela

„… insbesondere die tödliche Gewalt gegen Zivilisten durch staatliche Ordnungskräfte

aufhören müsse.

Hmm.

Habt ihr davon gehört, daß so etwas passiert?

Daß also venezolanische Polizisten Zivilisten töten würden?

Eigentlich nicht.

Im Gegenteil macht Maduro auf mich einen eher weichlichen Eindruck; wäre er der furchtbare Diktator, als der er porträtiert wird, hätte er Guaido schon längst beseitigt.

Der läuft aber immer noch frei rum und hat Massenproteste für den 12. Februar angekündigt.

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So, jetzt zählen wir mal 1+1 zusammen.

Da haben wir zum einen den deutschen Außenminister, der von „tödlicher Gewalt gegen Zivilisten“ fabuliert, die es gar nicht gibt.

Dann haben wir einen Guaido, der zu Massenprotesten am 12. Februar aufruft.

Wie passt das zusammen?

Sehr gut!

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Ich möchte noch einmal an die großartige Reportage erinnern, die die Ereignisse beim Putsch gegen Chavez im Jahr 2002 beleuchtete und absolut aufklärte.

Die Eskalation erfolgte damals nach folgendem Schema:

Am 11. April fanden Kundgebungen pro und anti-Chavez statt, die jedoch aus Sicherheitsgründen räumlich getrennt waren.

Irgendein Maulwurf/Verräter jedoch hat die Marschroute der anti-Chavez Kundgebung geändert, so daß diese direkt auf den Präsidentenpalast zuführte.

Dort wurde von „unbekannten Scharfschützen“ in die Menge von Anti-Chavez-Demonstranten gefeuert und die privaten Fernsehanstalten stellten es so dar, als ob die Schüsse von Chavez‘ Sicherheitskräften ausgingen.

Es wurde auch eine Sendung ausgestrahlt, in der die gegen Chavez putschenden Generäle erklärten, dieser würde auf das eigene Volk schießen.

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Nun der Clou:

es stellte sich später heraus, daß die Sendung mit der Erklärung der Generäle bereits vor den Ereignissen aufgezeichnet wurde.

Das führt natürlich unweigerlich zu der Frage, woher die Generäle eigentlich schon im Vorfeld wissen konnten, was passieren würde.

Die Antwort darauf liegt auf der Hand: natürlich waren die ominösen „unbekannten Scharfschützen“ vom CIA oder anderen Geheimdiensten und ihr Einsatz war bereits lange im Voraus beschlossene Sache.

Die gegen Chavez putschenden Generäle waren im Vorfeld eingeweiht worden.

Nur so ergeben die Ereignisse an diesem Tag überhaupt Sinn.

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(Diktator Chavez. Diktatoren sind offensichtlich Leute, die sich unbewaffnet im eigenen Volk bewegen können, während Demokraten immer von einer Horde Leibwächtern vor der eigenen Bevölkerung geschützt werden müssen…)

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Das war beim Putsch in Venezuela 2002, der zum Glück erfolglos blieb.

Im Jahr 2014 lief exakt dasselbe Schema beim Putsch in der Ukraine ab.

Es wurde eine Eskalation herbeigeführt, indem mehrere Scharfschützen auf Demonstranten schossen und diese dann den berüchtigten „Berkut-Einheiten“ von Präsident Janukowitsch angelastet wurden.

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Wir sehen hier also ein immer wiederkehrendes Motiv, wie ein Putsch durch den Einsatz von Scharfschützen beschleunigt/eskaliert werden kann.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf schauen wir uns noch einmal die Puzzlestücke an, die wir am Anfang geliefert bekommen haben:

Wir haben einen von den USA unterstützten Putsch-Präsidenten, der zu Massenprotesten am 12. Februar aufruft.

Wir haben außerdem die Bundesregierung, die diesen Putschisten als „legitimen Interimspräsidenten Venezuelas offiziell anerkennt“.

Und wir haben einen deutschen Außenminister, der nebulös Maduro davor warnt, „tödliche Gewalt gegen Zivilisten zu verüben“.

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Wisst ihr auch, was vermutlich am 12. Februar passieren wird?

Dasselbe wie in Venezuela am 11. April 2002.

Dasselbe wie auf dem Maidan im Februar 2014.

Es wird Anschläge auf die Anhäger Guaidos geben, die Opfer werden Maduros Sicherheitskräften angelastet, die Medien werden unisono wieder vom „irren Diktator, der auf friedliche Demonstranten schießt“ schreiben und so die bevorstehende militärische Intervention gegen Maduro rechtfertigen.

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Nur so eine Ahnung, nur so ein Gefühl.

Glaubt mir: ich wäre alles andere als unerfreut, wenn ich falsch läge.

Aber es sieht einfach zu sehr nach der üblichen Falle aus, weil alles zusammenpasst.

Man könnte jetzt zynisch behaupten: „Naja, wenn es nur Opfer bei den Anhängern Guaidos gibt, trifft es wenigstens die Richtigen. Karma.“

Stimmt einerseits.

Aber andererseits sehe ich in Zukunft Leid und Ausbeutung für alle Venezolaner, wenn die USA in Venezuela die Herrschaft übernehmen.

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Deswegen mein Rat an alle Venezolaner:

Geht am 12. Februar besser NICHT auf Demonstrationen!

Es könnte eine Falle sein.

Vielleicht wird es ein Blutbad unter Guaido-Anhängern geben, um dieses dann Maduro anzulasten.

Würde mich gar nicht wundern, wenn bei der Bild-Zeitung schon am Layout für die Titelseite gearbeitet wird: „Maduro schießt auf das eigene Volk!“

Die Pestratte Ronzheimer ist ja schon dort…

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LG, killerbee

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PS

Hier der Link zu einem Artikel, der die Doku über den Chavez-Putsch enthält und außerdem weitere Details zu den Abläufen in Venezuela / Maidan erläutert:

KLICK

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18 Antworten zu Venezuela: die trapsende Nachtigall

  1. Älplerin schreibt:

    ich fürchte, Du hast recht. Ich hoffe, daß es diesmal nicht dazu kommt. Die Blindheit und elendige Borniertheit der Menschen gegenüber diesen – immer gleichen jämmerlichen Vorgängen, macht mich immer mehr fertig.
    Es ist doch alles so durchsichtig – die Pressh.re vor Ort, die Massenproteste…
    das Geschmiere der Lügenpresse – Diktator Maduro, Machthaber Assad – immer der gleiche Dreck 😦
    und noch immer gibt es Naivlinge, die seit 2 geschlagenen Jahren hoffen, Trumpete ist der Gute und die sealed indictments zählen und sich freuen……

  2. Jochen schreibt:

    Man kann nur hoffen, daß solche Analyse auch die eigenen und befreundeten Sicherheitskräfte gemacht haben. Dann könnte es für die Putschisten diesmal anders als beabsichtigt laufen.

  3. Manne schreibt:

    @KB „Schema F“ funktioniert immer wieder. Bilder mit erschossenen Toten erzeugen Emotionen. Emotionen behindern das rationale Denken.

    Ob Chavez ein guter Mensch ist kann ich nicht beurteilen. Dazu sitze ich viel zu weit weg vom Konflikt.

    welt.de

    Tobt in Venezuela ein Kampf der Weltmächte ums Öl?

    Wie kommen die denn darauf?
    Es geht den Staaten die sich dort einmischen um Menschenrechte, Demokratie, um das Wohl aller Bürger Venezuelas. Wer in dem Text Sarkasmus entdeckt hat kann ihn behalten.

    OT

    Genauso diese Schlagzeile:

    Bonns Oberbürgermeister Sridharan (CDU) „Sorgen jener berücksichtigen, die Migration kritisch sehen“

    Eine neue Fachkommission soll ausloten, wie die Integration von Flüchtlingen und Migranten verbessert werden kann.

    u.a. Separate Schwimmzeiten für Muslimas.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article188226215/Ashok-Sridharan-CDU-ueber-Integration-Denke-dauernd-an-Fluechtlinge.html

    Da steht knallhart das die Siedlungpolitik weiter geführt werden soll. Nur mit bunterem Geschenkpaier umhüllt. Es geht nur darum Zeit zu schinden. Den Michel in den Schlaf wiegen.

    Integration ist eigentlich gar nicht das Ziel der Bonzen. Nichts schlimmeres für sie wenn die kulturell unterschiedlichen Gruppen in der BRD an einem Strang ziehen. Das wird auch kaum passieren. Feuer und Wasser kann man nicht mischen. Deshalb werden Kulturen importiert nicht kompatibel sind. Teile und herrsche.

  4. Raffi schreibt:

    In Österreich hat der unsägliche Kanzler KURZ auch diesen Putschisten,der in der USA den Landesverrat geplant hat, anerkannt,aber zwei Spinner die die Österreichische Regierung öffentlich abgelehnt haben,wurden wegen Hochverrat zu 14 und 10 Jahren Haft verurteilt!!! Wird Zeit für eine echte Revolution in Europa!!! Dann sehen diese Politik Banditen wie es ist wenn ein Umsturz geplant wird.

  5. Mischa schreibt:

    Der Artikel trifft den Kern des Problems voll auf den Punkt!

    Maduro und seine Leute werden das natürlich auch alles wissen, aber was sollen sie tun? Vor dem 12. Februar eine Kundgebung der eigenen Anhänger veranstalten, um dann durch eigene Leute Schüsse in diese Menge vorzutäuschen; anschließend x-Tote und y-Verletzte melden und es den Anhängern des angeblich legitimierten Guaido in die Schuhe schieben? Damit hätten sie die CIA mit ihren eigenen Waffen geschlagen.

    Das Problem ist leider: Die westlichen Medien würden darüber nicht berichten, und wenn, dann würden sie es komplett umdrehen: „Guaido-Anhänger von Maduros Sicherheitskräften beschossen“. Und das tumbe Publikum würde es schlucken wie allen anderen Mist auch.

    Ich wünsche Maduro für dieses entscheidende Finale alles Glück dieser Welt, aber mein Tipp lautet: Seine Tage sind gezählt, und er kann froh sein, wenn er nicht wie Gaddafi endet.

  6. DerDaumen schreibt:

    Bildersprache

  7. ki11erbee schreibt:

    @Mischa

    Der Feind ist der Feind.

    D.h. im Klartext: Maduro kann machen was er will, die westlichen Medien werden NIE wahrheitlich über die Ereignisse in Venezuela berichten.

  8. Älplerin schreibt:

    @Raffi,
    dieser elende NWO Typ – was hat der sich überhaupt in das Land einzumischen – auch wenn wir noch auf dem Papier neutral sind. Der ist der Allerletzte. Verrat wohin das Auge blickt, und harmlose Reisbürger wandern länger in Ö – kotz – ein, als ein Mörder.

  9. Mischa schreibt:

    @ ki11erbee

    So ist es.

    Und deshalb wird Maduro auch nicht gewinnen – weil er einfach nicht gewinnen kann bzw. aus Sicht unserer Weltpolizeimacht USA einfach nicht gewinnen darf. Unsere westlichen Medien mit ihren sogenannten „Werten“ werden letzten Endes schon dafür Sorge tragen. Außer es passiert vorher noch etwas völlig Unvorhersehbares, und N-Korea versenkt z. B. ein US-Atom-U-Boot oder irgendetwas in der Art.

  10. Wikinger schreibt:

    Jetzt sind aber die Chinesen sauer. Einmal werden sie mit wertlosen Dollars bezahlt und dürfen diese nicht wieder ausgeben. Sonst würde der Kurs verfallen und die USA wären sauer. Und nun werden ihnen die Investitionen in Venezuela wegenteignet. Dazu noch die Torpedierung der Seidenstraße. Die Huawaitochter wurde festgenommen, etc. Wann haben diese vor sich solche Rechtsbrüche nicht mehr bieten zu lassen? Und dem venezolanischen Volk alles Gute!

  11. Notarzt schreibt:

    Da dieser Guaido ungefähr gleich viel Potential hat bei einer regulären Wahl zu gewinnen, wie der (in unseren Medien hochstilisierte) Nawalny in Russland, gehe ich davon aus, dass es wohl eher zu keiner Wahl kommen wird….

    …womit wir wieder bei der Blaupause „Maidan“ und deren Ablauf wären

  12. sk schreibt:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Juan_Guaid%C3%B3

    Die highlights:

    – Earned his undergraduate degree in 2007 in industrial engineering from Andrés Bello Catholic University
    – Completed two postgraduate programs in public administration at George Washington University
    – He is married to Fabiana Rosales, a journalist.
    – Contributed to research at the University of Arizona
    – The Guardian noted that Guaidó had used the same „rallying cry“ as Obama’s „Yes we can“: „Sí, se puede!“

    Bester Mann für den Posten!

  13. ralf schreibt:

    Maas? ist der schon Kanzler? Wie kommt der dazu unser Geld zu verschenken. Ach so, er hat es aus der eigenen Tasche bezahlt. Na dann. Ironie off.
    Es ist einfach nur zum speien was die mit unserem Geld machen.
    LG

  14. ralf schreibt:

    @DD Bildersprache
    Ja ja, immer die mit dem Oberlippenbart.

  15. ki11erbee schreibt:

    @ralf

    Ach, man muss nicht Kanzler sein, um Steuergeld mit vollen Händen wegzugeben.

    Siehe McLeyen.

  16. Rheinwiesenlager schreibt:

    @ Ki11erbee Die Nachtigall die trapst in diesen Fall schon gar nicht mehr,sie poltert schon !
    Immer wieder interessant welche „Demokraten“ sich in solchen fällen mit eifer selbst entlarven.

  17. Uropa Werner schreibt:

    Gestern(4.2.19) las ich:“Italien legt Veto gegen EU-Erklärung zu Guaido ein“. Es scheint die Taktik der US-Regierung, wie in Irak,Libyen, Syrien und Ukraine, wird in Venezuela nicht aufgehen. Mag ja sein, dass die US-Regierung gerne in ihrem „Vorhof“ Zugriff auf Erdöl und regionale Vorherrschaft haben möchte. Jedoch wird diesmal mit der US-Intervention, nicht nur die nationale Souveränität Venezuelas angegriffen, sondern auch direkt die Handelsinteressen von China und Russland. Ob die US-Regierung diesen Drei-Fronten-Krieg für sich entscheiden kann, möchte ich bezweifeln. Sicherheitskräfte aus China, Russland und Venezuela haben im Umgang mit großen Demonstrationen praktische Erfahrungen und werden wahrscheinlich die gewählte Regierung von Venezuela, erfolgreich logistisch und technisch unterstützen.

  18. FredoKaztro schreibt:

    Na wenn das so einfach ist….dann bin ich ab jetzt der neue Bundeskanzler! Irgendjemand etwas dagegen? Nein!? Sehr gut!

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