Warum die Süddeutsche lügt


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Mich erreichte ein interessanter Artikel aus der Süddeutschen Zeitung, in der es mal wieder indirekt um das Thema Geld ging.

Beim Querlesen kam mein Gehirn schon gar nicht mehr mit, die ganzen Lügen und Verdrehungen zu analysieren; manche Sachen waren so falsch, da war nicht mal mehr das Gegenteil richtig.

Um das Geldsystem zu begreifen, muss man ein möglichst einfaches Modell wählen und dort die zugrunde liegenden Prinzipien verstehen.

Die wichtigste Erkenntnis ist die, daß Geld und Arbeit zwar zusammenhängen, aber anders, als die meisten denken:

Ausgegebenes Geld erhält Arbeitsplätze,

aber Mehrarbeit schafft kein zusätzliches Geld.

Praktisch:

Die Omma, die mit ihrer Rente Einkaufen geht, erhält durch dieses Geld die Arbeitsplätze derjenigen, von denen sie kauft.

Wenn die Omma jedoch keine Rente mehr bekommt, dann können die Arbeiter noch so viel arbeiten: ihre Arbeitsplätze werden unweigerlich wegfallen, weil keiner ihre Waren kaufen kann.

Die Geldmenge regelt also die Anzahl möglicher Arbeitsplätze,

umgekehrt hat geleistete Arbeit keinerlei Einfluß auf die Geldmenge, weil Geld nicht durch Arbeit erzeugt wird.

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Um das zu verstehen, gehen wir wieder auf unsere isolierte Modell-Insel mit den 10 Millionen Einwohnern, die sich auf demselben Kulturniveau befinden wie wir.

Jeder von ihnen geht einer spezialisierten Arbeit nach, weshalb jeder auf den Austausch von Waren/Dienstleistungen seiner Mitbewohner angewiesen ist.

Um diesen Warenaustausch zu ermöglichen, hat der König der Insel 10 Milliarden Taler drucken lassen und jedem Bewohner 1.000 Taler in die Hand gedrückt; anschließend wurden die Gelddruckmaschinen endgültig vernichtet.

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Es ist für jeden nachvollziehbar, daß sich die Geldmenge auf der Insel nicht ändern kann; es befinden sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt 10 Milliarden Taler auf ihr.

Was sich jedoch ändern kann, ist die Verteilung der 10 Milliarden Taler innerhalb der Bevölkerung!

Im Idealfall ist es so, daß jeder Bewohner pro Monat 1.000 Taler für seine Arbeit erhält, er aber auch 1.000 Taler pro Monat ausgibt; auf diese Weise könnte das System für immer und ewig laufen und alle sind glücklich.

Die einzige Aufgabe, die dem Staat zukommt, ist die Akkumulation von Kapital zu verhindern, denn in demselben Maße, wie sich Geld bei wenigen anhäuft, haben alle anderen weniger.

Das einfachste Instrument, um dies zu gewährleisten, wäre eine Vermögenssteuer.

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Passen wir nun die idealen Zustände auf unserer Insel der Realität an.

Nehmen wir also an, daß der Staat die Akkumulation von Kapital nicht unterbindet.

Ähnlich wie bei uns bilden sich also auf der Insel große Konzerne, Monopole, die Löhne werden gedrückt und im selben Maße wächst der Reichtum der großen Konzernbosse.

Wir müssen nur annehmen, daß läppische ein Promille der Bevölkerung, also 10.000 Leute, ein bescheidenes Vermögen von je 1 Million Taler angehäuft haben.

Ist doch gar nicht so viel!

Und trotzdem ist die Modell-Insel im selben Moment am Ende.

Ich muss hoffentlich nicht erklären, warum.

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Wenn sich die Insel erst einmal an diesem Punkt befindet, ist das Spiel zu Ende, wenn der Staat nicht eingreift.

Die einzige Abhilfe besteht darin, zu diesen 10.000 Leuten zu gehen, ihnen ihr Geld wegzunehmen und das System wieder neu zu starten.

Die Bonzen jaulen jetzt natürlich auf und schreien „Diebstahl“, aber es ist kein Diebstahl.

Es ist lediglich das Rückgängigmachen des Diebstahls, der zuvor stattgefunden hat.

Geld ist Volkseigentum.

Es soll dazu dienen, daß das Volk seine Waren und Dienstleistungen austauschen kann.

Diese Aufgabe kann es aber nicht erfüllen, wenn die gesamte Geldmenge sich bei einem Promille der Bevölkerung angesammelt hat und die restlichen 99,9% keinen Cent mehr haben.

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Es ist also für jeden offensichtlich, daß eine Gesellschaft am stabilsten ist, wenn die Löhne/Gehälter/Bezüge in etwa gleich verteilt sind.

Ich habe auch nix dagegen, wenn einer meinetwegen das doppelte, dreifache oder sogar fünffache des Durchschnittsgehaltes bekommt.

Aber dann ist Schluß.

5.000 Euro netto, das ist mein Vorschlag für einen gesetzlichen Höchstlohn; alles darüber hinaus muss zu 100% an den Staat fallen, der es dann umverteilt.

Es wird eines Tages eh darauf hinauslaufen, weil die Akkumulation des Kapitals sonst zum unvermeidlichen Systemkollaps führt.

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Man kann sich das vorstellen, wie einen Körper mit 6 Liter Blut, bei dem aber auf einmal der rechte Unterschenkel beschließt, das Blut nicht mehr weiterzuleiten, sondern in einer dehnbaren Aussackung zu speichern und so dem Kreislauf zu entziehen.

Gar nicht viel, vielleicht nur 10 mL am Tag.

Nach 10 Tagen hat er 100 mL in dieser Aussackung gespeichert, nach 60 Tagen 600 mL.

Spätestens nach einem Jahr ist der Körper am Ende, weil sich dann nämlich 3,5 L Blut in dieser Aussackung befinden und die restlichen 2,5 Liter natürlich nicht ausreichen, um damit den gesamten Körper zu versorgen.

Dabei spielt es keine Rolle, daß Magen, Darm, Muskeln, Leber, Niere, Lunge, Gehirn, etc. alle topfit und gesund sind; wenn es nicht genug Blut im Kreislauf gibt, weil es an einer bestimmten Stelle zurückgehalten wird, kollabiert das System.

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Übermäßiger Reichtum ist also aus Sicht des Volkswohls nichts Gutes.

Weil es zwangsläufig Armut für alle anderen erzeugt.

Arbeit oder Mehrarbeit kann diesen Zustand nicht verändern; das ist die Lüge, die uns die Reichen erzählen.

Wenn sich zuviel Geld an Stellen befindet, von denen es nicht mehr in den Kreislauf zurückfließt, resultiert Armut.

Darum muss es Aufgabe des Staates sein, die Anhäufung von Geld durch eine Vermögenssteuer zu bekämpfen.

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Viele Leute werden nun aufschreien.

Dabei ist das gar nicht nötig.

Nehmt an, ihr befindet euch an einer Position, wo ihr 10.000 Euro netto im Monat verdient, aber nicht wollt, daß euch der Staat Geld wegnimmt.

Wisst ihr, wie ihr dieses Problem ganz einfach lösen könnt?

Indem ihr bloß noch die Hälfte der Zeit arbeitet.

Der fleißige, begabte Mensch ist bei diesem System also nicht benachteiligt, sein Gewinn besteht dann eben darin, daß er bloß die Hälfte oder ein Drittel der normalen Arbeitszeit ableisten muss!

Oder man könnte diesen Höchstlohn auch auf einen 2-Jahreszeitraum berechnen, d.h. in diesem Fall verdient er ein Jahr lang 10.000 Euro und macht anschließend ein Jahr Urlaub.

Ist das nicht ein geniales System?

Das Resultat könnten viele Dinge sein, zum Beispiel der Wegfall oder zumindest die Reduktion der „geplanten Obsoleszens“.

Was auf jeden Fall eintreten wird, ist eine Zunahme der Beschäftigung, denn eine Firma, die vorher einer Person 10.000 Euro/Monat zahlte, muss nun 2 Stellen zu je 5.000 Euro im Monat schaffen.

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Glaubt mir: dieses System wird kommen.

Weil es die einzige Möglichkeit ist, das kapitalistische System, das die Bonzen so sehr lieben, am Laufen zu halten.

Im Moment läuft es darauf hinaus, immer mehr Geld zu akkumulieren und die verarmten Massen dann mit einem totalitären Überwachungsstaat zu knechten oder noch schlimmer: sie ermorden zu wollen.

Wäre es nicht viel leichter, wenn die Reichen auf ein wenig ihres Reichtums verzichten und dieser stattdessen so umverteilt wird, daß das Volk zufrieden ist?

Mal unter uns: Ändert sich die Lebensqualität gravierend, ob man 5.000, 50.000 oder 500.000 Euro im Monat bekommt?

Ich glaube, es macht keinen Unterschied, weil spätestens ab 5.000 Euro der Punkt erreicht ist, wo auch mehr Geld sich nicht mehr in spürbarer Verbesserung der Lebensqualität niederschlägt.

Gut, man kann dann vergoldete Koteletts fressen, aber glaubt ihr, die schmecken besser als welche ohne Gold?

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LG, killerbee

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PS

Sorry, ich habe ganz vergessen, den Artikel bzw. die Aussagen der Süddeutschen Zeitung zu verlinken.

HIER

Besonders negativ aufgefallen ist mir die These, daß es doch gar nicht so schlimm sei, wenn wenige Leute sehr viel Geld bekommen.

Was für ein Schwachsinn…

Das ist im Gegenteil das schlimmste, was es gibt, weil Reichtum eben im selben Maße Armut erzeugt!

Als Beispiel Friedrich Merz, der pro Monat 100.000 Euro bekommt.

Glaubt ihr nicht auch, daß dem Volkswohl mehr gedient wäre, wenn man dieses Geld so verteilen würde, daß Herr Merz bloß 5.000 Euro bekommt und von den restlichen 95.000 Euro 95 Arbeitsplätze zu je 1.000 Euro finanziert werden?

Geld nutzt der Wirtschaft dann maximal, wenn es möglichst gleich in der Bevölkerung verteilt ist.

Was ist das bloß für eine verkommene Lügenbrut bei der Süddeutschen, die selbst diese einfachste Wahrheit leugnet.

Und wie bescheuert muss man andererseits sein, diese Lüge nicht als solche zu erkennen?

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10 Antworten zu Warum die Süddeutsche lügt

  1. Martin schreibt:

    Genau deinen Artikel sollte man den Deppen solange um die Ohren klatschen bis diese es endlich begreifen!

  2. Manne schreibt:

    Hier ein kritischer Kommentar in der „Süddeutsche Zeitung“:

    Schafft diese riesigen Ruhegehälter ab!

    Während Manager großer Firmen in den 1980er-Jahren 15 Mal so viel wie verdienten wie ihre Mitarbeiter, sind es heute 60 Mal so viel.

    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/manager-rente-ruhegehaelter-1.4307789

    Das gleiche sieht man bei den Millionärsfußballern. Die sind nicht besser wie die Spieler vor 40 Jahren, bekommen aber den Hintern ordentlich gepudert. Aber viele brauchen die Bundesliga wie die Luft zum atmen.
    Und nicht zu vergessen die Gehälter in der öffentlichen Verwaltung, von Steuergeldern finanziert.

  3. Paul aus DD schreibt:

    @K1llerbee: Hast Du hier beraten? 🙂

    https://kontrast.at/portugal-wirtschaft-rechtspopulisten/

    Auszug:

    „Das Budgetdefizit ist unter den Sozialdemokraten auf den niedrigsten Stand seit der Einführung der Demokratie 1974 gesunken – gerade weil die Regierung den Sozialstaat ausgebaut hat und die Portugiesen wieder mehr Geld in den Brieftaschen haben.

    Die Sozialdemokraten erhöhten die von den konservativen Vorgängern gekürzten Löhne und Pensionen, führten Urlaubstage wieder ein und nahmen Steuererhöhungen zurück. Gleichzeitig erhöhte Costa Reichensteuern wie die Erbschafts- und Vermögenssteuer. Mit der Zusatzgrundsteuer führte die Regierung eine Vermögenssteuer auf Immobilien ein, von der die Wohnungen und Häuser einfacher Leute ausgenommen sind. Außerdem ist Schluss mit ruinösen Privatisierungen, wie sie noch vor Jahren der Fall waren, als die Konservativen unter EU-Anleitung das Staatsvermögen weit unter Marktpreis verkauften.“

  4. ki11erbee schreibt:

    @Paul

    Hier hast Du den Beweis für das, was ich immer sage: daß ich ein Linker bin, ein sozialer, vielleicht sogar sozialistischer Demokrat.

    Andersherum erkennst Du, daß die SPD in Deutschland das eben nicht mehr ist, denn wie kann es sein, daß die SPD in Deutschland quasi genau das macht, was die Konservativen in Portugal machten?

    Auf meinem blog findest Du nur linke Thesen, ich bin ein Linker.

  5. Jim Jekyll schreibt:

    Zum Thema Portugal und „Sozialisten“ – Noch Fragen, Euer Ehren?
    http://www.welt.de/print-welt/article239535/Paederastenskandal-in-Portugal-reicht-bis-in-hoechste-Kreise.html
    Für Herrn Guterres die Eintrittskarte in die hohe Weltpolitik, als Repräsentant der internationalen Wertegemeinschaft kümmert er sich jetzt ebenso wie der Papst vor allem um all die armen Flüchtlingskinder (+++ schnief +++)!
    Zum Thema Zetsche – Noch Fragen, Euer Ehren?
    https://www.fr.de/meinung/merkel-macht-kniefall-zetsche-10954224.html
    Sieht nicht so nach „Merkel macht die einheimische Automobilindustrie kaputt!“(PI),“Diesel – PÖSE!“(„Grüne“) aus!

  6. Paul aus DD schreibt:

    Und wenn man dann noch bedenkt, dass Portugal auch den Euro hat, also nicht Herr über die eigene Währung ist, ist das umso erstaunlicher.

  7. ich schreibt:

    Mein Vater hat mich, dieses was du beschreibst. Unser Geld System, unser einfaches Geld System…..immer ganz einfach erklärt: Mach dir keine Sorgen um Geld, es kommt immer wieder….(das war seine art mir zu sagen, das dies nur in einem gesunden Staat funktioniert)
    Daher habe ich nie Angst, weil ich tue was, egal was, ich TUE was, und fordere nicht! Ich frag, was kann ich für mein Staat tuen, und nicht was er für mich machen kann….
    Aber da bin ich halt in der falschen Zeit geboren….;-))

  8. ki11erbee schreibt:

    @ich

    Zwei ganz falsche Aussagen.

    Erstens: Geld kommt nicht immer wieder.

    Zweitens: ob man etwas für „seinen Staat“ tut, sollte von der Art des Staates abhängen.

    Einem verbrecherischen Staat zu dienen, zeugt entweder von Dummheit oder von eigener Verkommenheit.

  9. ich schreibt:

    @KB
    doch Geld kommt wieder, durch dein beschrieben Kreislauf!
    Und in einem gesunden Staat leben wir nicht, das ist ja wohl mal klar. Ich gehe immer von einem tadellosen Staat aus, erstmal! Ich würde gerne was für die gemeinschaft tuen, aber doch nicht hier!
    Ich sehe es doch an meiner Frau, die offizielle Bücher über die schlimmen Deutschen liest, und die 1 Millionen verbotenen revonistische Bücher meidet, nicht mal in der Lage ist, unsere Seite zu hören!
    Ich frage sie dann immer, könntest du dir vorstellen, damals, als die Juden verbrannt wurden, da mitgemacht zuhaben, ohne gewissen? Antwort: Sie wäre Hitler verfallen gewesen! Ich dann wieder, würdest du unserem Volk das zu trauen, solche schändlichen taten?
    ….und dann fängt die relativerin in ihr an, wir sind so böse zum ende des krieges gewesen, bestialische mordlüsterne sexbestien…..
    Ich bin echt sprachlos, glaube mir, dauert nicht mehr lang, dann bin ich weg hier! Die gehen mir hier alle so auf den Sack, alle im Vogelstraußsymptom…….

  10. ki11erbee schreibt:

    @ich

    Geld verschwindet zwar auch hier nicht, aber wir sind weit von einem gesunden Kreislaufsystem entfernt.

    Hier landet das Geld bei denjenigen, die schon am meisten haben und es außer Landes bringen, während es denjenigen fehlt, die es hier ausgeben würden.

    Darum ist es hier eben leider nicht mehr der Fall, daß Geld zu einem zurückkommt.

    Das Geld der Armen, das bleibt im Land. Aber das Geld der Reichen, das kommt eher selten wieder zurück in den Kreislauf.

    Darum ja meine Idee eines gesetzlichen Höchsteinkommens, wobei natürlich alle Bezüge eingerechnet werden.

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