Das Problem der Produktivität

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arbeitsamt

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Ich bemerke oft, daß der durchschnittlich gebildete Deutsche sich über drei Themen unterhält: Geld, Arbeit und Wirtschaft.

Dummerweise überschneidet sich das genau mit den drei Themen, von denen der durchschnittliche Deutsche relativ wenig versteht.

Am schlimmsten sind dabei die alten Leute, die noch mit ihrem Dogma aus den 50er Jahren rumlaufen von wegen:

„Wer arbeiten will, der findet auch Arbeit. Uns hat nachm Kriech auch keiner geholfen!“

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Was diese debilen Schwachköpfe nicht begreifen ist, daß sie Äpfel mit Birnen vergleichen.

2016 ist nicht 1956.

Natürlich gab es 1956 in Deutschland eine annähernde Vollbeschäftigung, aber es gab auch eine ganz andere Ausgangssituation:

a) Mangel an männlichen Arbeitskräften durch Krieg/Vertreibung/Verschleppung

b) bedeutend geringere Produktivität verglichen mit heute

c) Frauen konkurrierten nicht oder kaum auf dem Arbeitsmarkt

d) Technologievorsprung gegenüber anderen Exportländern

e) Industriezweige wie Kohlebergbau, die heute schlicht nicht mehr existieren

f) niedrigeres Renten-Eintrittsalter

g) anständige Sozialversorgung (höhere Binnen-Nachfrage)

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Glaubt ihr, Deutschland hätte 1956 auch eine Vollbeschäftigung gehabt, wenn:

a) nicht so viele Männer gefallen oder verschleppt worden wären

b) ihnen dieselben Maschinen zur Verfügung gestanden hätten wie heute

c) man auch alle Frauen in den Arbeitsmarkt integriert hätte

d) der asiatische Export schon auf demselben Level wäre wie heute

e) auf einmal alle Industriezweige weg wären, die es heute nicht mehr gibt

f) man die Leute erst mit 67 oder noch später in Rente geschickt hätte

g) man Arbeitslosen/Rentnern umgerechnet genauso wenig gezahlt hätte wie heute?

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Die Antwort dürfte auf der Hand liegen.

Unter den Bedingungen von heute gäbe es natürlich auch 1956 keine Vollbeschäftigung, sondern Millionen Arbeitslose!

Die Leute, die jetzt ihr Maul aufreißen, hatten einfach das Glück, in eine wirtschaftlich gute Zeit hineingeboren worden zu sein und einen festen Arbeitsplatz ergattert zu haben.

Etwas, was es heute kaum noch gibt, weil das faschistische CDU/CSU/SPD-Regime als Komplize der Bonzen aus der Wirtschaft fast den gesamten Arbeitsmarkt auf Leibeigenschaft Sklaverei Leiharbeit umgestellt hat und zusätzlich noch die Personalkosten auf das Amt, also den Steuerzahler ausgelagert hat.

Ich meine damit explizit die Unsitte der „Maßnahmen“/“Praktika“, wo HartzIV-Empfänger unter Androhung der Kürzung des Existenzminimums zu unbezahlter Arbeit gezwungen werden, um so den Bonzen aus der Wirtschaft die Lohnkosten abzunehmen.

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Clement

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Um euch ein bisschen für volkswirtschaftliche Probleme, von denen wir alle betroffen sind, zu sensibilisieren, habe ich mir eine Aufgabe ausgedacht:

Nehmen wir einen autarken, isolierten Modell-Staat bestehend aus 80 Millionen (um die Import-Export-Problematik zu vermeiden).

Die Einwohner sind fleißig, intelligent und erfindungsreich.

Es gibt dank der technischen Entwicklung mit Tierhaltung, Düngung, etc. keinerlei Mangel.

Doch mit der Zeit wird dieses Volk immer produktiver, bis es den Menschen schließlich irgendwann gelingt, so gut wie alle Produktionsprozesse zu automatisieren, so daß den Arbeitern nur noch die Aufgabe zukommt, die Maschinen zu bedienen und zu warten.

Nehmen wir weiter an, daß dieses Volk nun dermaßen effektiv ist, daß lediglich 10 Millionen Arbeitskräfte benötigt werden, um die Versorgung des gesamten Volkes sicherzustellen.

Ein Arbeiter kann also durch seine Arbeit acht Menschen versorgen.

Das bedeutet aber andererseits, daß nun 70 Millionen Menschen keine Beschäftigung haben!

Was nun?

Wie löst ihr dieses Problem der Produktivität?

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Gerade die konservativen Deutschen (CDU/CSU-Wähler), die mit ihrem „Gehirn“ irgendwann 1950 stehengeblieben sind, können dieses Problem nicht lösen.

Diese Leute sind der Meinung, daß nur derjenige Anrecht auf einen Lohn hat, der auch arbeitet und der Staat den anderen „faulen Schweinen“ am besten gar nichts zahlen sollte, so daß sie krepieren.

Gut.

Denken wir das mal durch.

10 Millionen Arbeiter versorgen 80 Millionen Menschen.

Bedeutet, daß in diesem Staat für 70 Millionen Menschen keine Arbeit vorhanden ist.

Machen wir das, was als einziges einen missgunstzerfressenen CDU-Wähler befriedigt und stellen wir diese faulen, arbeitsscheuen Schweine alle an die Wand.

Problem gelöst?

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Nein.

Denn jetzt haben wir ja bloß noch 10 Millionen Leute in unserem Staat.

Da aber nach wie vor ein Arbeiter 8 Menschen versorgen kann, werden nun nur noch 1,25 Mio Arbeiter benötigt, um die 10 Mio verbliebenen Leute zu ernähren.

Haben wir also schon wieder 8,75 Mio unnütze Fresser, die keine Arbeit finden und die wir wieder an die Wand stellen müssen, weil der CDU-Wähler sonst mault.

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Und dann?

Dann spielen wir das Spiel nochmal und nochmal und nochmal.

Aber am eigentlichen Grundproblem, nämlich daß ein Arbeiter acht Personen versorgen kann, ändert sich dennoch nichts.

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Gibt es auch eine bessere Möglichkeit, wie der Staat mit dem Problem der Produktivitätssteigerung und damit verbundener Arbeitslosigkeit umgehen könnte?

Was würdet ihr tun?

Kommentarbereich gehört euch!

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ratter

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LG, killerbee

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20 Antworten zu Das Problem der Produktivität

  1. Inländerin schreibt:

    Sagen wir mal, zehn Stunden Arbeitszeit pro Woche für jeden und Rente mit 50.

  2. RA Markert schreibt:

    Das ist aber mal richtig gut, was Du da geschrieben und zusammengetragen hast……Die Lösung für Deine Überlegungen gibt es schon lange……es ist alles umgekehrt…..

  3. Leser schreibt:

    @KB,

    „Die Leute, die jetzt ihr Maul aufreißen, hatten einfach das Glück, in eine wirtschaftlich gute Zeit hineingeboren worden zu sein und einen festen Arbeitsplatz ergattert zu haben.“

    Jo! Aber Falsch.

    Nicht die „Leute“, das System ist überholt und somit auch die Ausbildung weiterer „Leute“.

    Vereinfacht, lernen die alle noch MS-Dos, obwohl schon alles in D geschrieben wird.

    Die Lösung ist wirklich Faulheit. Was ich nicht verbrauche, muss ich nicht erwirtschaften.
    Keine künstlichen Anreize mehr um etwas Sinnloses in die Welt zu setzen.

    Du weißt ja: „Gib mir die Welt plus 5%“

    Evtl. eine „Suffizienz-Wirtschaft“. Wenn es dann einen Mangel gibt, werden Mio Leute nach einer Losung forschen. Nicht wie heute, wo jede Lösung so lange verhindert wird, bis ein .Geschäftsmodell erstellt werden konnte um die „Gewinne“auch in die richtige Richtung zu schieben.

    L G

  4. EinBerliner schreibt:

    Arbeitszeit so aufteilen, dass jeder seinen Teil leistet, um die Versorgung des Volkes zu gewährleisten. Statt dass einer 10 Stunden arbeitet und 7 weitere keine Arbeit haben, sollte die Arbeit des Vollzeitarbeiters durch die 8 Leute geteilt werden, jeder arbeitet dann 10/8 Stunden 😉

    Sofern dies nicht mehr sinnvoll möglich ist, aber weiterhin Leute arbeitslos sind, sollte der Staat sinnvolle bezahlte Tätigkeiten schaffen, die der Allgemeinheit bzw. dem Volk zu Gute kommen. Pflege von Grünanlagen, des Straßenbildes, Renovierung von öffentlichen Gebäuden, Hilfe bei der Ernte, Hilfe für alte Menschen, die niemanden mehr haben, fallen mir jetzt als Beispiele erstmal ein. Da gibt es auch noch mehr.

    In dem Fall hätten die Menschen auch genug Freizeit, um sich ihren Interessen nach weiterzubilden. Wenn man jetzt mal nicht davon ausgeht, dass sich 90% der Menschen mit den vier „großen Fs“ zufrieden geben.

    Ich denke, so verkehrt liege ich nicht, oder?

  5. ki11erbee schreibt:

    @Berliner

    Ich denke, so verkehrt liege ich nicht, oder?

    „Richtig oder falsch“ gibt es bei dieser Aufgabenstellung nicht.

    Ich kann hier nur Vorschläge von Leuten sammeln und am Ende sagen, was ich tun würde.

    Aber ob das, was ich tun würde, „richtig“ ist, das kann keiner sagen, weil es keine objektive Bewertungsinstanz gibt.

    Nur soviel: Ich würde es genauso machen wie Du.

    Die Leute brauchen nicht 10/8 Stunden täglich zu arbeiten, sondern man kann den Arbeitstag auf 6 Stunden täglich reduzieren (mehr kann sowieso keiner effektiv arbeiten) und die Leute brauchen dann bloß noch 3 Tage die Woche zu kommen.
    Anfänger beginnen im 1. Jahr vielleicht mit 3 Stunden täglich zum Einarbeiten und Leute ab 45 auch nur noch 3. Mit 50 ist dann Schluß (Rente).

    Ich würde keinen davon abhalten, unbezahlt (!!!) mehr zu arbeiten, als er muss.

    Aber es kann nicht angehen, daß irgendein Idiot 12 Stunden arbeitet und damit einem anderen Menschen die Möglichkeit nimmt, seine Familie zu versorgen.

    Wer heutzutage umsonst Überstunden kloppt, ist nicht besonders wertvoll oder nett oder moralisch, sondern ein Volksschädling, weil er zu Lasten der Arbeitslosen Profite für die Bonzen erwirtschaftet.

    Die Bonzen und ihre Komplizen bei den faschistischen Parteien sehen das natürlich anders.

    Mir persönlich kommt das Kotzen, wenn in einem Land mit Millionen Arbeitslosen der Staat einen dazu auffordert, ein „freiwilliges soziales Jahr“ oder ehrenamtliche Tätigkeiten zu sittenwidrig niedrigen Löhnen zu verrichten, nur damit die Bonzen noch mehr Lohnkosten einsparen können.

    Kaum zu glauben, aber wahr: der sozialste Mensch ist der, der eben KEINE unbezahlten Überstunden macht, sondern auf Vertragstreue auch von Seiten der Bonzen pocht!

  6. Tanadug von Franken schreibt:

    @KB

    Bezahlte Überstunden zählen aber auch dazu, denn auch 60h+ Workaholics nehmen anderen Arbeitssuchenden den Platz weg. Bzw. verhindert auch eine Halbtagskraft, die trotzdem 6h+ arbeitet (selbst wenn sie in Flautezeiten abbummelt), die Einstellung einer weiteren Kraft und steigert den Gewinn der „Spitze“.

    @Leser

    „Die Lösung ist wirklich Faulheit. Was ich nicht verbrauche, muss ich nicht erwirtschaften.“

    Tja, die Frage wäre dann wohl: Wie definiert man „hier“ überhaupt Faulheit und warum?

    Mein Vater hat mir kürzlich berichtet, dass er eine Doku über griechische Fischer geschaut hat, welche 1-2h Fischen waren, jeder seinen Fang für den Tag hatte und dann war „Abhängen“ angesagt. Das hat ihn sichtlich gewurmt, da er auch immer meint/e ich wäre faul, da ich eine 40h Woche seit je her ablehne. 🙂

    ——————————–
    Das große Problem an der Arbeitszeitverkürzung/verteilung besteht mMn auch darin, dass viele, wenn nicht die meisten Menschen in D, die in Arbeit sind, sich nicht wirklich mit sich selbst beschäftigen können.

    Wie oft ich Sprüche wie „Ich bin lieber hier (auf Arbeit) als zu Hause“ , “ ich weiß garnicht was ich zu Hause machen soll“ oder „hab mich im Urlaub nur gelangweilt“ gehört habe kann ich garnicht mehr zählen.

    Zum Glück lese, zeichne, musiziere, dichte/schreibe, bastel/baue und gärtnere ich so gern, dass ich solche Probleme nicht habe. 🙂

    Eine wirkliche Lösung kann also garnicht von Außen kommen, sonder muß sich in jedem selbst finden/bilden.

  7. Kirstin schreibt:

    Ich würde die Arbeitszeit drastisch reduzieren. 20 Stunden pro Woche wäre schon das Maximale. Das schafft freie Arbeitszeit für Diejenigen, die arbeitsfähig sind. Arbeitsfähig würde ich so „definieren“: Jeder, der nicht unter einer (schweren) Krankheit leidet, keine familiären und gemeinnützigen Verpflichtungen hat, im Alter zwischen 18 und 49 Jahren. Ab spätestens 50 geht’s in Rente.

    Desweitern wäre ich für ein „Elterngehalt“. Dieses wird mit Geburt des Kindes grundsätzlich bis zur Volljährigkeit (18 Jahre) der Kinder gezahlt. Übernehmen Großeltern oder andere (Verwandschaft) die Erziehung der Kinder, werden denen auch ein Eltern-/ Erziehungsgehalt gezahlt.

  8. Leser schreibt:

    Es gibt ja nicht nur das Thema Produktivität.
    https://www.sein.de/sinnlose-jobs-wie-arbeit-die-gesellschaft-krank-macht/
    Ein sehr schöner Artikel. Arbeit ist ja auch eine Frage der Zufriedenheit. Wenn ich meine Wohnung saubermache, Fenster putze u.s.w. ist das auch Arbeit. Ich habe dann ein Ergebnis.

    L G

  9. sk schreibt:

    Killer, kann der Staat seine eigenen Taler prägen (Geldmenge erhöhen) oder muss er sich verschulden?

    Spontan fällt mir ein:
    Bedingungsloses Grundeinkommen
    Rentenalter runter
    Arbeitszeit verkürzen
    60 Tage Urlaub minimum (gesetzlich geregelt)
    Vermögenssteuer

    Wenn es so läuft wie in deinem Beispiel, ich CDU Wähler wäre und ich die ersten 2 Runden Reise nach Jerusalem überstanden hätte, würde ich einfach sagen: „Wenn das so weiter geht, dann wandere ich aus!“

  10. Nutzi schreibt:

    sk schreibt: „Wenn es so läuft wie in deinem Beispiel, ich CDU Wähler wäre und ich die ersten 2 Runden Reise nach Jerusalem überstanden hätte, würde ich einfach sagen: „Wenn das so weiter geht, dann wandere ich aus!“

    Wohin willst du auswandern ? Das Problem ist global. Ein paar Idioten in einem starkt exportorientieren Land wie unserem vernichtet gut bezahlte Arbeitsplätze überall auf der Welt.
    (und schafft damit die noch schlechter bezahlten Sklaven von morgen)

  11. Carlo schreibt:

    Arbeitszeitreduzierung auf 20 Stunden wäre ein Traum. Ich wäre sofort dabei. Dann hätte man endlich wieder mehr Zeit um zu „leben“.

  12. frundsberg schreibt:

    OT:
    40.000 US-Soldaten wollen nicht mehr für die da Oben andere umbringen:

  13. Vanessa schreibt:

    Ich weiß nicht ob es bereits einer vor mir geschrieben hat, jedoch nehme ich an dass das Rechenbeispiel auf einer durchschnittlichen 40 Stunden Woche aufgebaut ist. Wäre dem so müsste man diese Stunden auf die 8 Mitversorgten aufteilen, so blöd dass es klingt, aber dann müsste jeder pro WOCHE 4,44 (Periodisch, Divisor 9) arbeiten, um eine gerechte Verteilung zu gewährleisten. Damit würde man zwei Fliegen mit einem Streich erwischen: es würde eine nahezu Vollbeschäftigung geben und Eltern hätten Zeit um ihre Kinder zu erziehen.

    Aber das wird ein Wunschtraum bleiben, weil die Oberen Systemlinge dagegen sind, eben weil es ihren Gewinn schmälert.

  14. Leser schreibt:

    @Vanessa,

    Das hast Du richtig gerechnet.

    L G

  15. Leser schreibt:

    Stellt euch einfach vor, daß wir nicht nur für „uns“ arbeiten.
    Der Vergleich von KB mit dem Arbeitslager war KEIN Witz.
    Warum ? Weil man im Alter wieder von vorne anfangen sollte.

    Wären die deutschen normal im Kopf, wären sie Hamster. Dann wäre das Arbeitsleben mit 50 beendet und man würde von seinen Rücklagen 30Jahre leben können.

    Beschäftigt sein und Arbeit wäre Geschmacksache und freiwillige Aufgabe, weil man noch etwas im Leben vermitteln möchte für die nächste Generation.

    Die Aufgabe der Politik ist also ein blankes Verhindern dieser Situation.

    Warum?

    Ganz einfach: Sie dienen anderen Herren, welche dann selber arbeiten müssen.

    L G

  16. Frida schreibt:

    – Mütter bleiben bezahlt zu Hause bis Vollendung des 4.Lebensjahres (wenn sie wollen),
    – Kinderkrippen haben einen Betreuungsschlüssel 1:2
    – Kindergärten haben einen Personalschlüssel 1: 8,
    – Grundschulen ebenso 1: 8,
    – Oberschulen 1: 12,
    – max. 25 h Woche,
    – Wochenendarbeit ist untersagt, außer in Bereichen wie medizinische Versorgung,
    – gutbezahlte und gesellschaftlich anerkannte Servicekräfte im Dienstleistungsbereich, Pflegeberufe werden besser bezahlt und der Betreuungsschlüssel auf 1: 2, bei Schwerstkranken, Dementen etc. 1:1,
    – Betreuungsschlüssel Unis 1: 15,
    jeder darf in bestimmten Intervallen ein freies bezahltes Jahr nehmen, um an Bildungsmaßnahmen, einer Weltreise oder einem Austausch teilnehmen zu können,
    – Akkordarbeit wird abgeschafft

  17. Wolf schreibt:

    Entschuldigt bitte, wenn es jetzt etwas länger wird, jedoch finde ich zu diesem Thema die folgenden Texte von Günter Hannich und Bernard A. Lietaer zur umlaufgesicherten und zinsfreien Währung einer etwa dreihundert Jahre umfassenden Zeitspane während des Mittalters mitsamt der damals herrschenden geringen Arbeitszeiten sehr erhellend und bezügliches des gegenwärtigen Systems entlarvend! Eventuelle Tippfehler bitte ich ebenfalls zu entschuldigen!

    „Das goldene Mittelalter

    ‚Im Mittelalter hatten die Menschen mehr Freizeit als heute. Im Schnitt hatte jedes Jahr 115 arbeitsfreie Feiertage.‘ Süddeutsche zeitung, 6.4.1999

    Das Mittelalter wird heute meist mit negativen Vorstellungen von Unterdrückung und Leibeigenschaft verbunden. Kaum jemand beachtet, daß diese Zeit in eine goldene und eine finstere Periode zu trennen ist. Dabei wird die goldene Zeit durch die Gotik charakterisiert und kann mit dem zeitraum von 1150 bis 1450 eingegrenzt werden.

    Zu Beginn des Mittelalters war es üblich, bei einem Herrscherwechsel die Münzen einzuziehen und neu zu prägen. Um 1150 begann Erzbischof Wichmann (1110-1192) aus Magdeburg damit, Münzen herauszugeben, die zweimal im Jahr zum Umtausch aufgerufen wurden. Ziel war es, die Steuern einfach und regelmäßig einzutreiben. Dabei wurden zwölf alte Pfennige gegen neun neue ausgetauscht, die Differenz war die Steuer. Um die Münzen schnell und ohne viel Aufwand wieder einzuschmelzen und umprägen zu lassen, waren sie nur einseitig geprägt und aus dünnem Blech, daher ihr Name ‚Brakteaten‘ (bractes = dünnes Blech). Bald schon breitete sich diese Methode über das ganze Land aus. Das führte dazu, daß sich Geldhortung nicht mehr lohnte. Um dem nächsten Umtausch zu entgehen, wurde Geld zinslos weiterverliehen, da nur der Besitzer der Münzen die Umtauschgebühr zahlen mußte. Damals war Geld wieder reines Tauschmittel, nicht mehr Schatzmittel. Das Ergebnis war die größte Entwicklungsperiode der deutschen Geschichte. Damals waren die sozialen Unterschiede so ausgeglichen wie nie mehr im historischen Verlauf. Wer viel hatte, erwarb den Wohlstand durch Arbeit, nicht durch leistungslose Zinsen.

    Das Minimum der arbeitsfreien Tage pro Jahr lag bei 90, oftmals über 150. Sehr bald wurde auch der Montag als arbeitsfrei eingeführt, damit mußten die Handwerker nur vier Tage in der Woche arbeiten. Noch am Ausgang dieses Zeitalters konnte Erzbischof Antonin von Florenz es als selbstverständlich bezeichnen, daß für die Gewinnung des notwendigen Lebensunterhaltes eine kurze Arbeitszeit genüge und daß nur derjenige lange und viel arbeiten müsse, der nach Reichtum und Überfluß strebe.

    Die tägliche Arbeitszeit war z. B. bei Bergwerksknappen in Freiburg auf sechs Stunden täglich begrenzt. Auch auf dem Land war die Ausbeutung zurückgedrängt, weil der geknechtete Bauer die Möglichkeit hatte, in den schnell wachsenden Städten einem Handwerk nachzugehen.

    Das Einkommen war so hoch, daß sich etwa in Augsburg ein Tagelöhner mit seinem täglichen Verdienst fünf bis sechs Pfund des teuersten Fleisches leisten konnte. In Meißen mußten jedem Maurergesellen wöchentlich fünf Groschen Badegeld gegeben werden, in einer Zeit, in der ein einziger Scheffel Korn sechs Groschen und fünf Pfennig kostete. Der sächsische Scheffel faßte 103,8 l.

    Wie aus diesen Beschreibungen hervorgeht, kann von einer Ausbeutung der Arbeitskraft und von Leistungsdruck, wie oft behauptet, überhaupt gar keine Rede sein. Der Mensch lebte daamals nicht, um zu arbeiten, sondern er arbeitete, um zu leben. … Um 1300 wurde ein Höhepunkt der Städteneugründungen – als Maß für die wirtschaftliche Entwicklung – erreicht, der in der ganzen Geschichte vor und nach dieser zeit nie mehr seinesgleichen fand, In der Zeit von 1150-1450 wurden die großen Dome und Kathedralen in Europa gebaut, finanziert durch freiwillige Spenden der Bürger. Allein schon hieraus wird deutlich, wie zuversichtlich die Menschen damals gewesen sein jußten. Wer spendet schon für ein Jahrhundertprojekt, wenn er nicht weiß, ob er morgen noch leben wird. Immerhin wurde in dieser Zeit die größte Zahl von Kulturdenkmälern im abendländischen Raum begründet. Dabei muß auch beachtet werden, daß die Einwohnerzzahl von Deutschland damals viel geringer war als heute und es trotzdem, durch ein optimales Wirtschaftssystem, möglich war, große Leistungen zu erbringen. Wie positiv die Menschen in jener Zeit offenbar waren und dachten, zeit die Tatsache, daß die begonnenen Bauten viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte zur Fertigstellung benötigten. Das Beispiel dokumentiert, daß es Konjunktureinbrüche oder Wirtschaftskrisen gar nicht gegeben hat, da sonst solche Großprojekte nicht möglich gewesen wären.

    Die Stadt Ulm begann beispielsweise im Jahr 1377 damit, einen Münster zu bauen, der die doppelte Einwohnerzahl von damals 10 000 Leute fassen konnte. Interessant ist auch der Lebenswandel damals. So berichtet eine Schrift: ‚Das gewöhnliche Volk hat selten bei einem der Mittags- oder Abendmahlzeit weniger als 4 Gerichte, zur Sommerszeit überdies noch morgens als Frühstück Klöße mit in Butter gebackenen Eiern und Käse; obendrei nehmen sie außer dem Mittagsmahl noch des nachmittages als Vesperbrot, sowie zum Nachtessen Käse, Brot und Milch.‘ Die Vorstellung von einem armseligen Hungergericht entspricht also keineswegs den historischen Tatsachen. Genauso sind Bauernhochzeiten überliefert, in denen eine Woche lang Überfluß herrschte. Der allgemeine Reichtum zeigte sich auch an der Kleidung, so trugen die Bauern Silberknöpfe, und die Kleidung war insgesamt sehr farbenfroh. Es gab Berichte, nach denen kaum eine Gaststätte in Deutschland zu finden war, in welcher man nicht aus Silbertellern zu essen bekam. Auch eine Ausbeutung über Bodenrente wurde oftmal dadurch verhindert, daß die festen Kosten der Stadtverteidigung auf den Grundbesitz umgelegt wurden. So verfügte Worms, jeder Bodeneigentümer habe ‚Wachgeld‘ zu entrichten.

    Die Situation änderte sich, als auf Druck von machtsüchtigen Kaufleuten hin schrittweise Geld eingeführt wurde, welches nicht mehr verrufen wurde. Mit der schrittweisen Einführung des ‚Ewigen Pfennigs‘ verschob sich damit die Vermögensverteilung innerhalb weniger Jahrzehnte so drastisch, daß die gotischen Bauten aus Geldmangel in ganz Europa nicht mehr fertiggestellt werden konnten. Überall in Europa wurden die Dome mehr als 300 Jahre nicht weitergebaut und somit erst im letzten Jahrhundert vollendet. Die wirtschaftliche Situation der Bevölkerung verschlechterte sich derart massiv, daß es Anfang des 16. Jahrhunderts zu blutigen Bauernkriegen kam. Die Zünfte waren nicht mehr für jeden frei, für die meisten war der Weg in die Selbstständigkeit versperrt, es entstand eine neue Schicht der abhängigen Lohnarbeiter. Gleichzeitig wurden neue Entwicklungen und Erfindungen unterdrückt. So wurde beispielsweise der Vorläufer des mechanischen Webstuhls 1586 von der Zunft verboten und der Erfinder ermordet.

    Da sich die Menschen die schnelle wirtschaftliche Verschlechterung einerseits nicht erklären konnten, die Kirche aber andererseits an dem neuen System verdiente und ihre Machtposition ausbauen konnte, kam es zu einem Rückfall in die Barbarei. Das Ergebnis waren u.a. Hexenverbrennungen, die ab 1450 zunehmend veranstaltet wurden. Das Augsburg der Fugger gehörte mit zu den Plätzen, an denen die Münzverrufung auf vier Jahre hinausgeschoben wurde. Geld wurde dann nur noch hochverzinst verliehen. Beispielsweise brachte eine Anlage von 900 Gulden nach sechs Jahren 30 000 Gulden Zinsertrag. Bei den einem Bauern auferlegtem Geldabgaben mußte er im Falle von Säumigkeit Zinsen zahlen, und zwar nach dem sogenannten ‚Rutscherzins‘: für jeden Tag des Verzuges den doppelten Zinssatz. Nach vollständiger Einführung des Dickpfennigs (beidseitig geprägtes schweres Geld) konnten die Fugger sich zwischen 1480 und 1560 zu einer der mächstigsten Familien der damaligen Welt aufschwingen. Das finstere Mittelalteer zog herauf.“ (Günter Hannich. Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise. Der Weg in den 3. Weltkrieg. Rottenburg: Jochen Kopp Verlag, 2002. 279-283.)

    „Wirtschaftliche Auswirkungen im mittelalterlichen Europa – die ‚erste europäische Renaissance‘

    Die überraschendsten Erkenntnisse bei dieser Detektivgeschichte, in der ich mich auf den Weg machte, das Mysterium Geld zu entschlüsseln, waren für mich die Natur und das Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen all dessen, was ich hier entdeckte.

    Meine Vorstellung vom Mittelalter stammte größtenteils aus Geschichtslehrbüchern, die sich noch auf dem wissenschaftlichen Stadn des 19. Jahrhunderts befanden. Diese Ära hatte ihren Namen erhalten, weil sie als das ‚dunkle Zeitalter‘ zwischen den ‚hochkulturen‘ der Antike und der Renaissance angesiedelt wurde. Wir lernten über das Mittelalter, daß es eine Zeit kläglicher Armut und primitiver Lebensweisen war, die ihren Höhepunkt in der Pest fand, der ein Großteil der europäischen Bevölkerung zum Opfer fiel. Mit der Bezeichnung ‚mittelalterlich‘ meint man heute noch etwas Negativ, manchmal auch auf lächerliche Weise Altmodisches.

    Allerdings umfaßt das europäische Mittelalter über 1000 Jahre Geschichte. Die neuere Forschung ssieht je nachdem, auf welchen Abschnitt man sich bei dieser langen Zeitspanne bezieht, erhebliche Unterschiede. Das ‚düstere‘ Bild läßt sich grob auf das frühe Mittelalter (etwa 5. bis 8. Jahrhundert) und besonders gegen Ende hin (14. Jahrhundert) nachvollziehen. Doch wir wissen heute auch, daß es zwei oder drei Jahrhunderte in der Mitte gab (etwa zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert), in denen das Bild ganz anders aussah. Bei dieser Epoche handelt es sich um das ausgehende Hochmittelalter, das auch als ‚Zeitalter der Kathedralen‘ oder der Gotik bezeichnet wird, weil fast alle derartigen Bauwerke in dieser Epoche errichtet wurden.

    Die Zeit zwischen 1050 und 1290 verdient den Titel ‚erste europäische Renaissance‘. Einige Historiker sind sogar der Ansicht, die Lebensqualität der sog. kleinen Leute sei in dieser Epoche des wirtschaftlichen Aufschwunges (kursiv) die höchsste ion der europäischen Geschichte (kursiv) gewesen! So kommt der französische Mediävist Fourquin zu dem Schluß, daß in Frankreich ‚das 13. Jahrhundert das (kursiv)letzte (kursiv) Jahrhundert war, in dem (kursiv) auf dem Land allgemeiner Wohlstand herrschte (kursiv).‘ François Icher, ein anderer Historiker, berichtet: ‚Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erlebte die westiche Welt ein hohes Maß an Wohlstand, das sich konkret in einem in der Geschichte beispiellosen demographischen Anstieg niederschlug.‘ Ein dritter Historiker wird noch konkreter: Die Zeit zwischen 1150 und 1250 sei eine Ä’ra außergewöhnlicher Entwicklungen gewesen, eine Epoche wirtschaftlichen Wohlstandes, den wir uns heute nur schwer vorstellen können. Bemerkenswert ist daran vor allem, daß diese ‚erste Renaissance‘ mit der Zeit zusammenfällt, in der Währungsysteme mit Demurrage-Gebühren überwogen und der Kult der Schwarzen Madonna blühte und sich rasch ausbreitete. (Quellenangaben von mir hier jeweils weggelassen!)

    Es zeigt sich, daß ein wesentlicher Bestandteil für diese ungewöhnlich hohe Lebensqualität des Volkes eine mit Liegegebühren versehene Währung war. Wie es zu alen Zeiten bei Steuererhöhungen der Fall ist, stieß die ‚Renovatio Monetae‘ bei der Bevölkerung zunächst auf Ablehnung. Ich werde noch zeigen, daß ein späterer Mißbrauchdes Systems die Abneidung zu Recht verstärkte. Doch obwohl das Demurrage-System bis dahin scheinbar sowohl den Herren als auch dem Volk unbekannt war, trug es zu einem außergewöhnlich erfolgreichen wirtschaftlichen Wandel bei.

    Eine mit Liegegebühren versehene Währung (wie z.B. Aethelreds Neuprägung zu 25 Prozent alle 6 Jahre) motivierte die Menschen in zweierlei Hinsicht:

    – Das Anlegen von Ersparnissen in Form von Geld war nicht sinnvoll. Die Währung wurde ausschließlich als Tauschmittel verwendet. Wer über Geld verfügte, war automatisch motiviert, es entweder auszugeben oder zu investieren. (Technisch gesehen bedeutet dies, daß die Funktion des Tauschmittels von der des Wertaufbewahrungsmittels getrennt ist.)

    – Statt dessen legte man seine Ersparnisse in Form von greifbaren Produktionsgütern an, die lange Bestand hatten. Zur idealen Anlageform wurden so beispielsweise Maßnahmen zur Landverbesserung oder die Wartung von hochwertigen Anlagen wie Wasserräder oder Windmühlen.

    Wie sich diese beiden Effekte in der Praxis auswirkten, läßt sich schin anhand eines einzigen bedeutenden Beispiels zeigen. Nach den Urbaren des königlichen Klosters St-Denis, die uns aus den Jahren 1229 bis 1230 sowie von 1280 zur Verfügung stehen, wurde (kursiv) jedes Jahr (kursiv) ein wichtiger Teil der Mühlen, Öfen, Weinpressen und anderem schweren Gerät entweder verbessert oder komplett erneuert. So überholte man zwischen 1229 und 1230 14 Wind- und Wassermühlen sowie 18 andere wichtige Teile der Klostergerätschaften (Weinpressen etc.). All diese Maßnahmen waren präventiv. ‚Sie warteten nicht, bis etwas kaputtging … Im Durchschitt wurden mindestens 10 Prozent aller Bruttoeinnahmen sofort wieder in Wartungsarbeiten investiert‘. Dieses Verhalten war nicht allein den Klöstern vorbehalten; das Währungssystem gab (kursiv) jedermann (kursiv) Antreiz dazu.

    Beachten Sie, daß wir hier von den Bruttoeinnahmen sprechen (dem gesamten Einkommen aus einer Produktion), nicht von dem gewinn. Ich kenne kein Agrar- oder Industrieland, in dem die Reinvestition in vorbeugende Wartungsarbeiten ein solches Ausmaß erreichen, weder heute noch in der Vergangenheit. (Quellenangaben von mir hier jeweils weggelassen!)“ (Bernard A. Lietaer. Mysterium Geld. Emotionale Bedeutung und Wirkungsweise eines Tabus. Übersetzer: Heike Schlatterer, VerlagsService Mihr. 1. Auflage. Mönchengladbach: C. Bertelsmann Verag GmbH, 2000. 172-175.)

    Ich überspinge jetzt einige Seiten aus dem Werk von Bernard A. Lietaer, die der Interessierte selbst nachlesen möge! Hier nun die passenden Aussagen über die Arbeitszeiten während dieser Epoche aus seinem Werk:

    „(kursiv) Eine Renaisance für das Volk durch das Volk? (kursiv)

    Das wohl Ungewöhnlichste an alle diesen großartigen Neuerungen war wie gesagt der Umstand, daß sie den ‚kleinen Leuten‘ eindeutig zugute kamen. Die Bewertung des Lebenststandards eines einfachen Arbeiters ist nicht einfach. Natürlich gibt es für die damalige Zeit keine ‚Statistik‘ in unserem heutigen Sinne, die uns helfen könnte, den Wohlstand der verschiedenen Bevölkerungsschichten genau zu ermessen. Darüber hinaus ist in fast allen Textquellen, die aus dieser Zeit stammen, nur von den Taten und Leistungen der Adeligen, Könige und Kleriker die Rede, die damals so gut wie alle Schreiber beschäftigten.

    Dennoch besitzen wird aussagekräftige Quellen. So berichtet beispielsweise Johann Butzbach in seiner Chronik: ‚Die geneinen Leute hatte selten weniger als vier Gänge die bei der Mittags- und Abendmahlzeit. Sie aßen Getreide und Fleisch, Eier, Käse und Milch zum Frühstück, und um 10 Uhr morges und nocheinmal um vier Uhr nachmittags eine leichte Mahlzeit.‘

    Der Historiker Fritz Schwartz brachte die Verhältnisse auf den Punkt: ‚Kein Unterschied zwischen Bauernhaus und Schloß.‘ (Quellenangabe von mir hier weggelassen!)

    Für die Gesellen war der sog. blaue Montag frei. Während der Sonntag als der ‚Tag des Herrn‘ galt, an dem man sich um öffentliche Angelegenheiten kümmerte, war der Montag der Tag, an dem die Menschen Zeit für ihre Privatangelegenheiten hatten. Zusätzlich gab es mindestens 90 offizielle Feiertage im Jahr! Daher arbeitete ein Geselle im Durchschnitt nicht mehr als vier Tage in der Woche. Außerdem war auch die Zahl der Arbeitsstunden pro Tag begrenzt. Als die Herzöge von Sachsen die Arbeitsstunden von sechs auf acht Stunden am Tag ausdehnen wollten, revoltierte das Volk. Die Herzöge mußten ihre Untertanen zudem ermahnen, daß ‚Arbeiter (kursiv) nur vier Gänge (kursiv) bei jeder Mahlzeit erhalten sollten. (Quellenangabe von mir hier weggelassen!)

    Die Bauern, die als niedrigster Stand galten, ‚trugen Silberknöpfe an Weste und Mantel, meist in Doppelreihen, und verwendeten silberne Schnallen und Verzierungen für ihre Schuhe‘ Soziale Unterschiede zwischen hohem und niedrigem Stand, Adel und Bauern waren deutschlich geschrumpft (…) .“ (Bernard A. Lietaer. Mysterium Geld. Emotionale Bedeutung und Wirkungsweise eines Tabus. Übersetzer: Heike Schlatterer, VerlagsService Mihr. 1. Auflage. Mönchengladbach: C. Bertelsmann Verag GmbH, 2000. 181, 184.)

    Danach liefert Bernard A. Lietaer in seinem Werk weitere interessante Information zu dieser Epoche, die ich hier ebenfalls unverücksichtig lasse.

    Es kommt sicherlich nicht von ungefähr, daß meines Wissens nach in genau dieser Zeit auch das aus dem „Glogauer Liederbuch“ bekannte Lied mit dem folgenden, von mir aus dem Gedächtnis zitierten Text entstanden ist: „Bist du voll, so lege dich nieder! Stand op früh und volle dich wieder, das ganze Jahr, den Morgen und den Abend: allvoll.“

    Das eine oder andere aus diesen Aufsätzen sollte den Lesern hier eigentlich bekannt vorkommen…

    Darum sind auch diejenigen, die uns all das Üble heute antun, verflucht und verdammt bis in alle Ewigkeit! Dazu gehören meiner Meinung nach auch die zins- und wirtschaftsversessenen sowie auf Harz-IV-Empfängern bei jeder Gelegenheit verbal herumtrampelnden Libertären – deren Selbstbezeichnung sagt dem Verständigen eigentlich schon alles!

    P.S. Habt Ihr schon mitbekommen? Peter Altmaier (CDU!) rät dazu, besser gar nicht als die AFD zu wählen… Wie war das noch? Wenn das Nicht-Wählen (außer ihm und den Seinen) etwas bringen würde, wäre es schon längst verboten!

  18. Tanadug von Franken schreibt:

    Ja, ich hab es mir wirklich mal angetan….-Schande über mich-
    und nein, ich leide nicht an Algolagnie.

    „Wahl 2017 Schlussrunde“

    Wer hier noch zuschauen/hören kann ohne…………..
    dem kann auch ich nicht helfen, denn dann bin ich wohl der Ver-Rückte und das auch gerne.

  19. Leser schreibt:

    @Wolf,

    Vielen Dank für den Beitrag.
    L G

  20. Wolf schreibt:

    @ Leser

    Gern geschehen, sind leider tatsächlich einige Tippfehler drin

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