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Archive for 10. August 2017

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Am deutlichsten wird es meiner Meinung nach, indem man die Geschichte als Gleichnis darstellt:

Ein Mann läuft panisch in die Notaufnahme eines Krankenhauses.

„Schwester, schnell, ich brauche dringend eine Bluttransfusion! Mindestens 20 Liter!“

Darauf die Schwester:

„Wieso, haben Sie sich irgendwo verletzt? Bluten Sie? Und wie kommen Sie auf 20 Liter?“

„Nein, das nicht, aber ich habe vorhin gelesen, daß der Körper jede Minute einen Liter Blut in die Niere pumpt; das war vor 20 Minuten. Und irgendwie muss ich das Blut ja jetzt wieder rein bekommen!“

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Der zugrunde liegende Denkfehler besteht darin, daß der Körper das Blut in die Niere pumpt und es dort verbleibt oder „verschwindet“, so daß es ersetzt werden müsste.

Es stimmt: jede Minute wird ein Liter Blut in die Niere gepumpt.

Aber jede Minute fließt auch wieder genau so viel Blut aus der Niere hinaus und von dort weiter durch den Körper.

Geht ja gar nicht anders!

Es kann nicht mehr aus der Niere hinausfließen als hineinfließt, denn wo sollte das zusätzliche Blut herkommen?

Und wenn mehr Blut in die Niere hineinfließt als hinausfließt, dann würde die Niere ständig größer werden, bis die Strukturen überdehnen und letztlich platzen.

Unser Blutkreislauf ist ein geschlossenes, verlustfrei arbeitendes System.

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Auch der Geldkreislauf auf meiner Modell-Insel ist von mir genau so gestaltet.

Vor dem Bau der Brücke gibt es 10 Mrd. Taler auf der Insel.

Während des Baus der Brücke gibt es 10 Mrd. Taler auf der Insel.

Nach dem Bau der Brücke gibt es 10 Mrd. Taler auf der Insel.

Weil es IMMER 10 Mrd. Taler auf der Insel gibt!

Wenn es aber keine Verluste im Staat gibt, also nichts „raus“ fließen kann, dann gibt es auch keine Notwendigkeit, etwas „wieder reinzuholen“.

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(„Bor, die Frauenkirche! Was der Wiederaufbau den Staat bloß gekostet hat?“ „Nichts.“)

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Wir können die Sachverhalte auch noch genauer betrachten und brauchen uns nicht nur auf die Konstanz der Geldmenge zu beschränken.

Unser Staat nimmt also über die Umsatzsteuer 1 Mrd. pro Monat von seinen Bewohnern ein und nutzt einen Betrag von 50 Mio zum Bau einer Brücke.

Wie genau setzt er diese 50 Mio Taler ein?

Indem er Arbeiter bezahlt, die z.B. die Brücke bauen oder Baustoffe liefern oder herstellen.

Nehmen wir nun einen Arbeiter, der vom Staat 1.000 Taler Steuergeld für den Bau der Brücke pro Monat gezahlt bekommt.

Wie unterscheidet er sich von z.B. einem Bäcker, der über den Verkauf von Brötchen monatlich seine 1.000 Taler Gewinn macht?

Beide haben dieselben Einnahmen.

Beide haben dieselben Ausgaben/Lebenshaltungskosten.

Beide führen gleich viele Steuern an den Staat ab.

Der einzige Unterschied besteht darin, daß der Bauarbeiter seine 1.000 Taler indirekt, über vom Staat eingenommene Steuern, von seinen Mitbürgern bekommt,

während der Bäcker seine 1.000 Taler direkt von seinen Mitbürgern bekommt.

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Halten wir also noch einmal alles relevante fest:

Die Geldmenge bleibt vor, während und nach dem Bau der Brücke konstant.

Die Steuereinnahmen bleiben vor, während und nach dem Bau der Brücke konstant.

Der einzige Unterschied ist, daß nun eine Brücke auf der Insel steht!

Es gibt keinen Grund für den Staat, das beim Bau „ausgegebene“ Geld durch irgendwelche neuen Gebühren wieder „reinholen“ zu müssen, weil es den Kreislauf nie verlassen hat und weiterhin monatlich genauso viel Geld zum Staat zurückfließt wie immer.

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Es wäre übrigens in Ordnung, wenn der Staat eine Mautstation errichten würde und gesagt hätte:

„Wir wollen dadurch zusätzliches Geld einnehmen!“

Das stimmt nämlich.

Nur die Behauptung, die Mautstation würde dazu dienen, das beim Brückenbau „ausgegebene“ Geld wieder einnehmen zu müssen, die ist falsch.

Beim Brückenbau ist nämlich kein einziger Taler verschwunden!

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Die Haupt-Täuschung bzw. das Haupt-Mißverständnis beim Geld besteht darin, daß wir Werte und Geld unbewusst gleichsetzen.

Wir sehen eine Brücke im Wert von soundsoviel Millionen und denken, daß die Geldmenge um denselben Betrag abgenommen hätte.

Tatsache ist, daß sowohl die Geldmenge als auch das Steueraufkommen sich in keinster Weise durch den Bau der Brücke geändert haben.

Oder die USA verschießen für 100 Milliarden $ Raketen und dann sagen wir:

„Irgendwann müssen die USA ja pleite sein, wenn sie soviel Geld für Kriege ausgeben!“

Fakt ist, daß die Geldmenge in den USA dadurch nicht abgenommen hat.

Es wurde nur zugunsten des militärisch-industriellen Komplexes umverteilt.

Und dieses Geld fehlt dann eben an anderer Stelle.

Armut in Industriestaaten ist kein Problem von zuwenig Geld oder zu geringer Produktion,

sondern von falscher Verteilung des Geldes.

Diejenigen, die nichts mehr zu kaufen brauchen, bekommen vom Staat noch zusätzlich Steuergelder in den Rachen geworfen.

Diejenigen, die gerne etwas kaufen würden, bekommen kein Steuergeld, wodurch die hergestellten Produkte in den Regalen stehen bleiben und Arbeiter sogar ihren Arbeitsplatz verlieren, weil die Nachfrage sinkt.

Auch um das zu kontern, also um die Binnen-Nachfrage anzukurbeln, führt die BRD die Siedlungspolitik durch.

Der Erfolg gibt ihr Recht.

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(Wer einerseits bei PEGIDA mitläuft, um die Siedlungspolitik des BRD-Regimes zu kritisieren, aber andererseits will, daß es „der Wirtschaft gut geht“, der sollte sich klarmachen, daß beides zugleich in diesem Arbeitslager nicht geht. Im kapitalistischen Faschismus gibt es nur Terror, Ausbeutung und Überwachung zum Wohle der einheimischen Bonzen.)

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LG, killerbee

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