Geldsystem: Grundlagen

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Stellen wir uns zunächst eine abgeschiedene Insel vor, auf der ein Volk von 10 Mio Menschen lebt; beispielsweise Japan.

Die Menschen sind anfangs sicherlich primitive Selbstversorger, die lediglich für den Bedarf der eigenen Familie produzieren.

Keiner dieser Menschen braucht Geld, weil es in dieser Gesellschaft keine Überschüsse und somit keine Märkte gibt.

Nach einiger Zeit werden sich spezialisierte Berufe herausbilden, weil Menschen bestimmte Talente haben und es bei weitem effizienter ist, Tätigkeiten von Fachkräften als von Laien ausführen zu lassen:

Der Fischer, dessen Familie die Tätigkeit seit Generationen ausübt, wird in einem Bruchteil der Zeit ein Vielfaches dessen aus dem Meer holen, was ein Fachfremder bewerkstelligen kann.

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Spulen wir jetzt ganz schnell vorwärts und stellen uns vor, daß dieses Volk schließlich das zivilisatorischen Niveau der Gegenwart erreicht hat.

Es gibt Fluglotsen, Neurochirurgen, Aufsichtspersonal in AKWs, Gymnasiallehrer, Busfahrer etc.

Alles wichtige Berufe, die für das Funktionieren der Gesellschaft unabdingbar sind.

Aber leider sind die wenigsten dieser Spezialisten in der Lage, sich selber autark mit dem Notwendigsten zu versorgen!

Der Neurochirurg, der 8 Stunden am Tag in der Klinik arbeitet, kann nicht noch nebenher Reis ernten oder Schweine züchten.

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Man erkennt hier eine Grundregel der Natur:

Höherentwicklung ist zwingend mit Spezialisierung verbunden,

Spezialisierung jedoch bedeutet zwangsläufig Abhängigkeit.

Ein Einzeller wie das Pantoffeltierchen ist vollkommen autark,

aber Pantoffeltierchen sind zu keinerlei besonderen Leistungen fähig.

Ein Lebewesen wie der menschliche Organismus kann Unglaubliches leisten,

aber das ist nur möglich, weil er aus spezialisierten Organen besteht:

Leber, Herz, Niere, Gehirn, Muskeln, Lunge, Magen, Darm, Haut, Auge, Knochen, etc.

Die einzelnen spezialisierten Zellen/Organe erfüllen im Gesamtorganismus lebenswichtige Aufgaben,

aber keine ist mehr für sich alleine lebensfähig.

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Kehren wir zurück zu unserem 10 Millionen Volk.

Es ist klar, daß die Menschen mit zunehmender Spezialisierung ein Mittel benutzen müssen, um ihre Leistungen auszutauschen; sonst funktioniert es nicht.

Nehmen wir nun an, daß der König dieses Volkes zur Druckerei geht, dort 10 Milliarden Taler drucken lässt und jedem Menschen seines Volkes 1.000 Taler in die Hand drückt, damit diese ihre Leistungen austauschen können.

An der Stelle gleich zwei Verständnisfragen:

a) Müssen die vom König ausgegebenen Taler durch Gold, Silber oder Juwelen „gedeckt“ sein, die irgendwo in einem Keller liegen?

Nein, die Taler werden nur zum Austausch von Leistungen verwendet, sind also einzig durch die Produktivität des Volkes gedeckt.

Arbeitet das Volk weiter wie bisher, kann das Geld zum Austausch von Leistungen benutzt werden.

Legt sich das Volk auf die faule Haut und stellt nichts mehr her, kann auch das Geld seine Funktion nicht erfüllen.

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b) Handelt es sich bei diesem Geld um „Schuldgeld“, hat also der Staat/König in gleicher Höhe Schulden aufnehmen müssen?

Nein, bei wem denn?

Der König hat 10 Milliarden Taler drucken lassen und das wars.

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Und nun kommen wir zur wichtigsten Frage.

Der König hat also 10 Milliarden Taler gleichmäßig an seine Untertanen ausgegeben.

Nehmen wir an, ein Taler sei ungefähr soviel wert wie ein Euro, so daß die monatlichen Ausgaben pro Person bei 1.000 Taler liegen.

Und jetzt?

Nach einem Monat hat doch jeder seine 1.000 Taler ausgegeben und alle sind pleite, dann muss der König ja am nächsten Monat schon wieder 10 Milliarden Taler verteilen!

Und wieder, und wieder!

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Hier ist der wichtigste Denkfehler versteckt.

Die Menschen denken irgendwie, Geld würde beim Ausgeben gleichsam in eine andere Dimension verschwinden, von der es keine Wiederkehr mehr gibt.

Und sie denken, wenn sie Arbeiten, würde Geld sich irgendwie „materialisieren“ und neu entstehen („Wieviel Geld machst du mit deiner Arbeit?“)

Fakt ist, daß unsere Insel-Bewohner bei jedem Kauf zwar Geld ausgeben, aber dieses Geld dann lediglich seinen Besitzer wechselt und zum Verkäufer wandert.

Und da wir für unser Modell idealerweise mal den Fall der Vollbeschäftigung annehmen, haben die Menschen ja nicht nur Ausgaben, sondern bekommen für ihre Tätigkeit auch Geld von anderen.

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ratter

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Im Idealfall läuft es auf der Insel so, daß jeder Mensch nach einem Monat die 1.000 Taler, die er anfangs vom König erhalten hat, vollständig ausgegeben hat,

aber andererseits 1.000 Taler von seinen Mitbewohnern für seine Dienste erhalten hat.

Die Geldmenge auf unserer Insel beträgt also immer 10 Milliarden Taler.

IMMER.

Zu jedem beliebigen Zeitpunkt.

Das einzige, was sich von nun an ändert, ist die Verteilung des Geldes.

Es kann z.B. im Laufe der Zeit dazu kommen, daß besonders fleißige oder kriminelle Menschen mehr als 1.000 Taler im Monat einnehmen.

Da die Geldmenge immer konstant ist, müssen alle anderen um den Zusatzbetrag ärmer geworden sein.

Reichtum erzeugt also Armut bei anderen,

Armut wiederum ist nur erklärbar durch den Reichtum anderer.

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flaschenpfand maschmyer

(„Sei nicht traurig Omi, daß du weniger hast. Dafür haben jetzt eben andere mehr!“)

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Kommen wir nun zur Arbeit.

Ganz wichtig ist das Verständnis, daß Arbeit keinerlei Einfluss auf die Geldmenge hat; die ist immer konstant.

Wenn die Menschen auf unserer Insel vorher 8 Stunden arbeiteten und auf einmal 12 Stunden Schichten fahren, beträgt die Geldmenge immer noch 10 Milliarden Taler.

Wenn die Menschen ihre Arbeitszeit von 8 Stunden auf 4 Stunden reduzieren, beträgt die Geldmenge auch 10 Milliarden Taler.

Der einzige Unterschied besteht im Wert des Geldes:

Wenn die Produktivität steigt, stehen den 10 Milliarden mehr konsumierbare Waren gegenüber, so daß der Wert des Talers steigt.

Wenn die Produktivität sinkt, stehen den 10 Milliarden weniger konsumierbare Waren gegenüber, so daß der Taler weniger wert ist.

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Man erkennt, daß man bei der Inflation nicht allein auf die Geldmenge achten darf, sondern immer auch die ihr gegenüberstehende Warenmenge in Betracht ziehen muss.

Die Inflation ist ein VERHÄLTNIS.

Wenn unser 10 Millionen Volk also aufgrund eines „Babybooms“ auf 12 Millionen ansteigt und auch seine Produktivität um 20% steigern kann, dann ist es absolut kein Problem, auch 2 Milliarden Taler zusätzlich an das Volk zu verteilen (am besten in Form von Kindergeld), weil das Verhältnis zwischen Geldmenge und Warenmenge gleich geblieben ist.

Ebenso erkennt man nun den wahren Zweck der Arbeit und die Macht des Arbeiters.

Man arbeitet nicht, um Geld zu verdienen, denn die Geldmenge ist konstant.

Man arbeitet, um dem vorhandenen Geld Waren gegenüber zu stellen und so überhaupt erst dem Geld einen Wert zu geben!

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Die Vorstellung, Geld sei irgendwie „wertvoll“ und nur durch unsere Arbeit erweisen wir uns als würdig, etwas von diesem tollen Geld zu erhalten, ist also „Mindfuck“ der übelsten Sorte.

In Wirklichkeit ist es so, daß das ganze im Umlauf und auf den Konten befindliche Geld komplett wertlos ist und erst der Arbeiter täglich dafür sorgt, daß man sich etwas dafür kaufen kann!

Nicht wir brauchen das Geld in Form von verzinsten Krediten privater Banken zum Überleben

(denn das können wir auch selber schuldenfrei und fast zum Nulltarif herstellen; es muss nur fälschungssicher sein),

sondern die Bonzen brauchen die Produktivität des Arbeiters, um ihren bedruckten Scheinchen überhaupt einen Wert zu verleihen!

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Fazit:

Ob der Staat nun spart oder Geld ausgibt, z.B. indem er Sozialleistungen zahlt oder Schulen renoviert; die Geldmenge ändert sich dadurch um keinen Cent.

Die Geldmenge nimmt auch nicht zu, weil man mehr arbeitet.

Unsere Produktivität definiert den Wert des Geldes.

 

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LG, killerbee

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16 Antworten zu Geldsystem: Grundlagen

  1. Steffen Dammann schreibt:

    Da hast du was wichtiges knapp zusammengefasst. Geld ist immateriell. Eine Vertragsverhältnis. Der Stoff egal, sondern entscheidend ist die rechtsetzende Instanz, im Beispiel der König. Wenn dieser Souverän ist genügt es, dass er Geld verstanden hat. In einer Gemeindeherrschaft müssen es alle Gemeindemitglieder wissen.

  2. Steffen Dammann schreibt:

    Es gibt aber doch noch einiges mehr zu wissen!
    https://www.swupload.com/data/Band_04.pdf

    Eigentlich ganz einfach. Wenn du herausfindest warum dieses Wissen im Bewusstsein der Unteranen der Genesis-Kultur nicht ankommt wirst du ohje sagen.

  3. Angul1 schreibt:

    Ich mag Geld , hab nur immer so wenig davon ….lach

  4. ki11erbee schreibt:

    @Angul1

    Dafür hat jemand anders mehr.

  5. Rheinwiesenlager schreibt:

    Kennt ihr den Unterschied zwischen Geld und Wasser ?
    Wasser kommt von oben und fliest nach unten ab.
    Geld kommt von oben und fliest nach oben ab.

  6. ki11erbee schreibt:

    @Rheinwiesenlager

    Nein, Geld wird in einem faschistischen System über das Steuersystem von unten abgesaugt und nach oben hin verteilt.

  7. Rheinwiesenlager schreibt:

    @ KB sagt ich doch,es fliest sinnbildlich nach oben. Das dabei von den
    Systemschranzen kräftig nachgeholfen wird ist doch klar. weil es gegen die Naturgesetze ist.

  8. blackhawkone schreibt:

    Hat dies auf ERWACHE! rebloggt.

  9. Jimmy Rakete schreibt:

    VOLKS BILDUNG vom Feinsten..!!!

    Dieser Beitrag sollte in jeder Schule Pflichtlektüre sein.

    Daaaanke dafür … ♡

  10. Hatti schreibt:

    Je mehr ein Arbeitnehmer arbeitet, umso ärmer wird er. Nur wie viele Arbeitnehmer begreifen das?

  11. ki11erbee schreibt:

    @Hatti

    Wie meinst du das? Vom Bauchgefühl her würde ich dir zustimmen, aber ich kann es noch nicht stimmig formulieren.

    Auf jeden Fall sorgt der Arbeiter dafür, daß das Geldsystem weiter funktioniert, indem er durch seine Arbeit den Wert des Geldes garantiert.

    Das tut er aber für jeden, einschließlich sich selber, denn er braucht ja auch die Waren anderer.

    Auf jeden Fall tut ein Arbeitnehmer sich keinen Gefallen, wenn er unbezahlte Überstunden macht oder gar ganz umsonst arbeitet, sondern er erhöht die Arbeitslosigkeit.

  12. Hatti schreibt:

    @k11erbee

    Ich meine, dass das System so prozentual angelegt ist, dass je höher die Produktivität ist, umso schneller die Verteilung von unten nach oben von statten geht. Wieviel von 100% der erbrachten Leistung zB in einem Konzern erhält denn die unterste Lohnstufe? Wenn dann die Löhne prozentual erhöht werden, klafft die Schere immer weiter auseinander. Ganz zu schweigen von den Bonuszahlungen, die ja auch gestaffelt sind, obwohl die Gewinne von allen gemeinsam erwirtschaftet wurden.

  13. ki11erbee schreibt:

    @Hatti

    Die Tatsache, daß der Firmengewinn nicht gleichmässig auf alle Firmenangehörigen verteilt wird, sondern prozentual, ist sicher ein sehr wichtiger Punkt, der zur Vermögensverteilung von unten nach oben beiträgt.

    Und je mehr Geld eine Firma anhäuft, desto mehr Armut erzeugt sie anderswo, weil die Geldmenge sich ja nicht erhöht hat.

    Einfache Lösung zum Gegensteuern:

    Höchstlöhne und/oder Vermögenssteuer, um der Akkumulation von Kapital entgegenzuwirken.

    Und ein anderer wichtiger Faktor ist natürlich die Verzinsung von Guthaben der Reichen; woher kommt denn das Geld, das ihnen gut geschrieben wird?
    Aus dem Nichts?

    Nein, die Bank muss es aus dem Geld nehmen, das von vornherein da ist; also wieder Umverteilung.

    Weder Schulden noch Guthaben dürfen daher verzinst werden.

  14. Hatti schreibt:

    @ki11erbee

    super auf den Punkt gebracht! Man kann Lohn- und Gehaltserhöhungen auch wie Diätenerhöhungen in Festbeträgen und nicht prozentual gewähren.

  15. Mikey schreibt:

    @killerbee
    Höchstlöhne sind eine gute Idee, würden Heuschrecken etwas bändigen. Alles was über den Höchstlohn hinausgeht, müsste aber an die Arbeiter Verteiler werden.
    Vermögenssteuern halte ich für eine schlechte Idee, davon profitiert nur der sogenannte „Staat“.
    Da Chefetagen sehr eng mit dem Staat verstrickt sind, wird beides aber sowieso nie passieren.

    Zu dem Problem mit dem „je mehr jemand arbeitet, desto ärmer wird er“:
    Ein Großunternehmer/Manager/Chef greift Produktivität seiner Arbeiter ab. Er bezahlt ihnen nämlich nur einen kleinen Teil davon (der Staat zweigt dann auch noch etwas ab). Das ist der Grund, warum solche Leute meist sehr reich werden, sie kumulieren extrem viel nicht bezahlte Produktivität unter sich.
    Ein Arbeiter, der viel schuftet, verschenkt also besonders viel seiner unbezahlten Produktivität und Zeit, wodurch er selbst immer ärmer wird.

    LG

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