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Archive for 15. August 2016

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wahnsinn

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Nur noch mal zur Erinnerung die Details zu sogenannten Jobcenter-Maßnahmen:

a) Die HartzIV-Empfänger werden zur Teilnahme gezwungen, andernfalls kürzt das Jobcenter das ihnen zustehende Existenzminimum um 30% für 3 Monate

b) Während dieser Maßnahmen arbeiten die Hartzer teilweise Vollzeit in Hilfstätigkeiten (Küche, Lager, Reinigung, etc.) oder werden als „Praktikanten“ weitervermittelt.

c) Weder die Unternehmen noch das Jobcenter zahlen den zur Arbeit gezwungenen Menschen auch nur einen Cent zusätzlich als das, was ihnen sowieso als Existenzminimum zusteht.

d) Das Jobcenter zahlt aber den Maßnahmeträgern, also den Arbeitgebern, Steuergeld als Belohnung dafür, daß dort Menschen zur Arbeit gezwungen werden

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Um mal ein ganz lebensnahes Beispiel zu bringen:

ein guter Bekannter musste 6 Monate eine Vollzeit-Maßnahme über sich ergehen lassen.

Von 7.00 bis 14.00 Uhr arbeitete er in der Küche als unbezahlte Hilfskraft, von 14.00 bis 16.00 Uhr wurde er von Sozialpädagogen betreut.

All das, ohne daß ihm ein Cent Arbeitslohn gezahlt wurde; er erhielt lediglich zusätzlich Fahrtkosten.

Seine Arbeitskleidung musste er zuhause selber waschen; manche Teilnehmer bekamen noch nicht einmal Arbeitskleidung gestellt, weil die Maßnahmenträger zu geizig waren, für die Teilnehmer passende Kleidung zu kaufen.

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Clement

(Immer dran denken: die Agenda 2010 haben wir der SPD und den Grünen zu verdanken. Und der CDU/CSU/FDP haben wir es zu verdanken, daß es sie jetzt immer noch gibt, denn die könnten sie seit 2005 rückgängig gemacht haben. Nur: warum sollten sie? Läuft doch alles zugunsten der Bonzen und zum Schaden des Volkes!)

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Wahrscheinlich habt ihr bis hier gelesen und alles relativ emotionslos zur Kenntnis genommen.

„Naja, ist halt so, anderswo isses noch schlimmer, etc.“

Warum?

Zwei Gründe:

a) Ihr seid nicht betroffen

b) Der Wahnsinn hat bereits so große Ausmaße angenommen, daß er nicht sichtbar ist.

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Ich wünsche niemandem, als HartzIV-Bezieher in so eine Maßnahme gezwungen zu werden; höchstens denen, die in diesem System mitgewirkt haben, um mal ihre eigene Medizin zu schmecken.

Aber vielleicht gelingt es mir trotzdem, euch für das Ausmaß der Ungerechtigkeit zu sensibilisieren, das bei genauer Betrachtung jede Skala sprengt.

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arbeit-macht-frei

(Dank des kapitalistisch-faschistischen Parteienkartells und seiner scheinbar unbelehrbaren Wähler hat sich ein einst lebenswertes Land in ein Arbeitslager verwandelt)

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Beginnen wir mit der Tatsache, daß der Betrieb dem Maßnahmeteilnehmer keinen Arbeitslohn zahlen muss und stattdessen darauf verweist,

daß er ja weiterhin HartzIV bekommt.

Versteht ihr nicht den Unsinn?

Die entscheidende Frage ist doch:

Was zum Geier hat der Betrieb damit zu tun, daß dem Teilnehmer weiterhin HartzIV gezahlt wird?

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Die Antwort auf diese Frage ist einfach:

exakt gar nichts.

Der Betrieb ist in keinster Weise irgendwie mit dem HartzIV-System verbunden, inwiefern ist er dann berechtigt, diese Zahlungen irgendwie mit dem Arbeitslohn zu verrechnen?

Ich gebe euch mal ein anderes Beispiel, um es klarzumachen.

Nehmen wir an, ihr arbeitet bei einer Firma und bekommt dort 1.500 €uro Monatslohn.

Zufälligerweise habt ihr im August Geburtstag und eine Tante schenkt euch 200 €uro.

Nun stellt ihr fest, daß eure Firma euch am Monatsende nur 1.300 €uro überwiesen hat.

Auf den Grund angesprochen bekommt ihr als Antwort:

„Naja, sie haben doch von ihrer Tante 200 €uro bekommen, dann kommen Sie ja doch wieder auf 1.500 Euro!“

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Was ist das für ein Schwachsinn, daß ein Arbeitgeber auf einmal anfangen kann, Löhne mit irgendwelchen anderen Einkommensquellen des Arbeiters zu verrechnen und deshalb weniger zahlen muss?

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hammer kopf

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Vielleicht werdet ihr jetzt einwenden, daß es sich bei HartzIV im Gegensatz zum Geschenk der Tante um Sozialleistungen handelt, die durch Steuern finanziert werden.

Ist ja alles schön und gut, trotzdem kann doch der Arbeitgeber nicht einfach Sozialleistungen mit dem Arbeitslohn gegenrechnen!

Mit welchem Recht denn?

Andere Situation.

Ihr seid verheiratet, arbeitet bei einer Firma und bekommt 1.500 Euro monatlich.

Jetzt bekommt ihr ein Kind und habt Anspruch auf 200 Euro Kindergeld.

Was würdet ihr sagen, wenn euch euer Arbeitgeber jetzt das Gehalt auf 1.300 Euro reduziert mit der Begründung, daß ihr ja nun Kindergeld bekommt?

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Ist das was anderes als die Sachen, die bei der Maßnahme ablaufen?

Nein.

Ist exakt dasselbe.

Man arbeitet für jemanden und dieser jemand nimmt sich einfach das Recht heraus, Sozialleistungen mit dem Arbeitslohn zu verrechnen!

Warum?

Wenn ich eine Stunde für Firma XY in der Küche arbeite, dann hat die mir gefälligst für diese Stunde Arbeit den Mindestlohn zu zahlen!

Wenn ich 40 Wochenstunden arbeite, dann hat mir der Arbeitgeber auch verdammt nochmal den Lohn für 40 Wochenstunden zu zahlen,

ob ich gerade im Lotto gewonnen habe, ob meine Tante mir heute 50 Euro geschenkt hat, ob ich Kindergeld bekomme, ob ich HartzIV bekomme,

kann doch den Arbeitgeber nicht davon entbinden, mir den Lohn für die geleistete Arbeit zu zahlen, oder?

Das eine hat doch mit dem anderen überhaupt nichts zu tun!

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Idee

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Was natürlich möglich ist:

Daß das Jobcenter den Lohn des Arbeitgebers mit dem HartzIV-Satz verrechnet!

Man bekommt z.B. 700 Euro HartzIV, durch die Maßnahme bekommt man nun 500 Euro Arbeitslohn und somit muss das Amt nur noch 200 Euro zuschießen.

Aber hier ist es ja genau umgekehrt!

Statt daß das Jobcenter den Arbeitgeber dazu zwingt, den Mindestlohn zu zahlen und diesen dann mit dem Hartz-Satz verrechnet, um Steuergeld zu sparen,

verrechnet einfach der Arbeitgeber den HartzIV Satz mit dem Arbeitslohn und zahlt darum überhaupt nichts!

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Wenn euch das erst einmal klar geworden ist, versteht ihr langsam das Ausmaß des Wahnsinns, den das kapitalistisch-faschistische CDU/CSU/SPD-Regime hier angerichtet hat.

Das gibts auf keinem Schiff!

Nicht in Kolumbien, nicht in Nigeria, nicht in Somalia, nichtmal im beschissenen Kongo, wo die Leute einen Durchschnitts-IQ von 60 haben, würde irgendjemand auf die Idee kommen, daß der Arbeitgeber seinen Arbeitern keinen Lohn zu zahlen braucht, weil er diesen praktischerweise mit irgendwelchen anderen Einnahmequellen des Arbeiters verrechnen darf.

Deutsche halten sich ja immer für extrem schlau.

Sie glauben auch, sie würden in einem Rechtsstaat leben und das Verfassungsgericht würde hier für Ordnung sorgen.

Ist das nicht langsam peinlich für die Deutschen?

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Deutscher

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Geht doch mal zu einem Norweger, Amerikaner oder meinetwegen zu einem Kongo-Neger.

Und dann erzählt ihm:

„Bei uns müssen Arbeitgeber keine Löhne für geleistete Arbeit zahlen, wenn der Arbeiter noch andere Einnahmequellen hat“

Was glaubt ihr, wird dann passieren?

Alle, sogar der Kongo-Neger, zeigen mit Finger auf euch und brechen anschließend vor Lachen zusammen!

Danach, wenn sie mit dem Lachen fertig sind, fragen sie euch, seit wann die Deutschen durchgedreht sind!

Denn so etwas gibt es auf der ganzen Welt nicht.

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Den größten Knaller habe ich mir aber für zum Schluß aufgehoben.

Stellt euch vor, der Kongo-Neger surft nach dieser Episode im Internet und landet bei PI oder anderen „alternativen Seiten“ wie z.B. „Junge Freiheit“.

Dort liest er dann, die CDU wäre „nach links“ gerutscht und Merkel sei Sozialistin oder gar Kommunistin!

Versteht ihr?

„nach LINKS gerutscht“

Ein Land, in dem Arbeitgeber keine Löhne zu zahlen brauchen, hat also eine „linke“, arbeitnehmerfreundliche Regierung!

Logisch.

Total links.

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ROFL

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Ihr seht anhand der Überschrift, daß das hier als Artikelserie geplant ist.

Man muss sich wirklich mal ein paar Minuten hinsetzen und alles ganz genau durchdenken, um überhaupt erst ansatzweise zu begreifen, wie bekloppt hier alles ist!

Ich habe jetzt fast 1.000 Worte geschrieben und dabei nur einen Teilaspekt der ganzen Geschichte beleuchten können.

Und bereits jetzt steht man fassungslos, mit offenem Mund, vor den Tatsachen und sagt sich:

„Sind wir eigentlich alle total verrückt geworden?!“

Aber es wird noch schlimmer.

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LG, killerbee

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PS

Um euch die Chuzpe der deutschen Bonzen zu vergegenwärtigen, macht folgenden Versuch.

Geht in eurer Stadt in verschiedene Restaurants, bis ihr einen Inhaber findet, der ein minderjähriges Kind hat.

Dort setzt ihr euch hin und schlagt euch den Wanst voll, bis ihr nicht mehr könnt.

Anschließend steht ihr auf und geht.

Wenn der Wirt euch zum Zahlen animieren will, sagt ihr einfach:

„Häh? Zahlen? Wieso das denn?

Du bekommst doch genug Kindergeld!

Das wird von meinen Steuern finanziert!“

und verlasst das Lokal.

Gleichberechtigung.

Wenn der eine einen Arbeiter 40 Stunden die Woche für sich arbeiten lassen kann und nichts zu zahlen braucht, mit Verweis auf dessen HartzIV-Bezug,

dann können wir auch jemanden für uns kochen lassen und mit Verweis auf seinen Kindergeld-Bezug nichts bezahlen.

Oder?

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Hu

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