Der „Anden-Adolf“

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francisco lopez

(Francisco Lopez)

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Schon einmal etwas vom „Tripel-Allianz-Krieg“ (1864-1870) gehört?

Nein?

Dann wird es aber höchste Zeit!

Eine Schande, daß dieser Krieg nicht im Geschichtsunterricht behandelt wird, denn dann würde man feststellen, daß die ganze Geschichte der letzten 200 Jahre nichts weiter als „Schema F“ ist, welches in verschiedenen Variationen immer und immer wieder durch-exerziert wird.

Es sind immer dieselben Aggressoren, immer dieselben Koalitionen, immer dieselben Mittel, immer dieselben Beweggründe.

Hier nun ein kurzer Abriss über diesen Krieg vom „As der Schwerter“ Kommentator Melmoth; wer Parallelen findet, darf sie behalten:

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Ein ganz besondere Schmankerl, das in Europa niemand kennt, ist der Tripel-Allianz-Krieg gegen Paraguay.
Im 19.Jahrhundert kam dort ein gewisser Carlos Antonio Lopez an die Macht. Das war ein ganz böser, prä-faschistischer Diktator, der Paraguay binnen weniger Jahrzehnte zum wohlhabendsten und höchstentwickelten Staat Lateinamerikas machte.

Er schuf eine hoch effiziente Verwaltung, Gesundheits- und Schulwesen für alle, eine eigene Industrie und eine hervorragende Armee. Zeitgenossen berichten, dass die Bevölkerung besser genährt und gebildet war als in Europa oder den USA.

Und der fiese, schweinische Lopez ging auch noch gegen die Einflussnahme fremder Mächte, d.h. Englands, vor. Da gab es dann Zölle, Einfuhrkontingente und andere Teufelszeug, das den heiligen und alleinseligmachenden Freihandel behinderte.

Da wurde das knappe Geld nicht für teuere Luxusimporte vergeudet, sondern in den Aufbau der eigenen Wirtschaft investiert. So wurde Paraguay das einzige Land Lateinamerikas, das einigermaßen autark war und ausgeglichene Haushalte und Handelsbilanzen vorweisen konnte. Dadurch konnte das Land auch auf Kredite verzichten, so dass die Herren Rothschild u. Co auch hier leer ausgingen.

Auf Carlos Lopez folgte schließlich sein Sohn Francisco. Der war auch ein bornierter Isolationist und Feind des Fortschritts. Ein unkultivierter Hinterwäldler, der halb Europa bereist hatte und nur fünf Sprachen beherrschte, was kann man da erwarten.

Außerdem war Francisco eine blutrünstige, gewaltgeile Drecksau. Er fraß kleine Kinder, roh und ohne Senf. Und er rüstete furchtbar auf. Südamerika wollte er erobern! Ganz bestimmt!!

Wenn es in der TIMES steht, muss es so sein! Die angelsächsische Presse würde doch nie lügen!

Und um Südamerika vor diesem irren Tyrannen und seinen finsteren Legionen zu retten, musste natürlich England aktiv werden. Also wiegelten die Briten Paraguays neidische Nachbarn auf und versorgten sie üppig mit Waffen. Als dann in Uruguay ein Bürgerkrieg ausbrach, intervenierten die Brasilianer, um das Land zu besetzen und den Ring um Paraguay zu schließ… äh natürlich um Uruguay vor den Machtgelüsten Paraguays zu schützen.

Nun ließ Francisco Lopez, der „Anden-Attila“, die Maske fallen und marschierte seinerseits in Uruguay ein, wobei er Brasilien den Krieg erklärte. Das war selbstverständlich kein Präventivschlag, nie und nimmer, sondern der Auftakt zur Welteroberung.

Danach erklärte Lopez noch dem streng neutralen Belgien äh Argentinien den Krieg, das völlig unbeteiligt und unschuldig war. Es ließ nur brasilianische Truppen durch sein Territorium ziehen und unterbrach die Seefahrts- und Handelswege, um Paraguay auszuhungern.

So kam es zu einem sechs Jahre dauernden Krieg, in dem sich Brasilien, Argentinien und das freie Frankr… äh Uruguay verzweifelt gegen Paraguay wehrten, das an Territorium und Bevölkerung dutzendfach unterlegen war. Doch dank Englands moralischer und materieller Unterstützung und Rothschilds Krediten konnten Lopez Horden schließen niedergerungen werden.

Tapfer ignorierten die Verbündeten all die trügerischen Friedensangebote, mit denen sie Lopez zu entzweien gedachte. Englands Presse wurde nie müde, die Welt über die barbarischen Verbrechen Paraguays aufzuklären.

In epischen Schlachten wurde der Volkssturm Paraguays – bestehend aus Frauen, alten Männern und halben Kindern – niedergemacht, die Bevölkerung von Leben, Gesundheit, Eigentum und Jungfräulichkeit befreit. Lopez wurde schließlich in den Urwäldern gejagt und gestellt, wo die Bestie endlich zur Strecke gebracht werden konnte.

Nach diesem glorreichen Krieg zum Wohl der britischen Bonzen waren neun Zehntel der Bevölkerung Paraguays tot.

Von 20 Männern hatte einer überlebt.

Alles, was in Jahrzehnten aufgebaut worden war, wurde zerstört, Paraguay ist bis heute ein Armenhaus.

Die Hälfte des Staatsgebiets wurde abgetrennt, alle Kunstschätze geraubt, die verbliebene Industrie demontiert.

Aber das sind ja alles völlig unbedeutende Verluste. Viel wichtiger ist, dass Paraguay von nun an liberale und demokratische Regierungen besaß, die jegliches Großmachtstreben ablehnten, auf eigene Wirtschafts- und Entwicklungspolitik verzichteten und stattdessen massiv englische Kredite aufnahmen, wodurch das Land für Generationen in Schuldknechtschaft geriet.

Dass es überhaupt neue Generationen gab, ist übrigens ein kleines Wunder. Denn trotz ausgiebigen Vergewaltigungen durch die heldenhaften Befreier stand das Volk Paraguays kurz vor dem Aussterben.

Die Regierung erließ nun ein Gesetz, wonach jeder Mann 12 Frauen heiraten MUSSTE.

So erholten sich die Bevölkerungszahlen langsam.

Besagte Regierung bestand aus ehemaligen Mitgliedern der paraguayischen Legion.

Das waren edle Überläufer, die den Wahnsinn des Lopez-Regimes erkannt und sich tapfer an der Ausrottung des eigenen Volkes beteiligt hatten.

Na gut, mit der Demokratie war es nicht ganz so weit her. Unverständlicherweise gab es in Paraguay noch immer unverbesserliche Nazis und Ewiggestrige, die doch glatt glaubten, ihrer Nation wäre ein Unrecht widerfahren. Da musste man natürlich hart durchgreifen, so dass Paraguay die nächsten hundert Jahre von Militärdiktatoren regiert wurde, die zwar nicht ansatzweise so erfolgreich in der Entwicklungspolitik, dafür aber sehr viel brutaler waren als die beiden Lopez.

Nicht mehr weit her war es auch mit den Siegern Brasilien, Argentinien und Uruguay. Die waren nun auch Schuldsklaven der Briten.

Und dank der zahllosen Schuld- und Wirtschaftskrisen der nächsten Jahrzehnte brachen auch dort die politischen Systeme zusammen und mussten leider ebenfalls durch Militärregime ersetzt werden.

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Tja, „History repeating“.

Wenn ihr Deutschen also denkt, der angelsächsische Abschaum hätte euch übel mitgespielt, habt ihr natürlich Recht.

Aber verglichen mit dem, was Paraguay durchgemacht hat, ist Deutschland noch sehr glimpflich davon gekommen.

Die Engländer (und jetzt Amerikaner) sind die Pest dieses Planeten.

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victorian holocausts

(Auf dem Bild unten rechts seht ihr übrigens 7 Menschen. Ihr müsst genau hinsehen)

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LG, killerbee

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10 Antworten zu Der „Anden-Adolf“

  1. catchet schreibt:

    Ich habe nie vom “Tripel-Allianz-Krieg” gehört. Muss wohl ein Krieg gewesen sein, den man aus der Erinnerung gestrichen hat.
    Die schlimmsten Verbrechen der Menschheit sind „zum Wohle“ der Menschen geführt worden.
    Der Irak wurde von Saddam und seinen Massenvernichtungswaffen befreit.
    In Afghanistan werden Brunnen gebohrt und Mädchenschulen gebaut.
    In Libyen ist der fiese Gaddafi beseitigt worden.
    Die Bilder sind furchtbar.

  2. Runenkrieger11 schreibt:

    Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

  3. ki11erbee schreibt:

    @catchet

    Die BRD ist eine Kolonie der Engländer/Amerikaner. Von daher nur logisch, daß die Millionen abgeschlachteten Menschen in den Kolonien nie thematisiert werden.

    Alles, was man in der Schule lernt, ist: „England war eine Kolonialmacht“

    So, als würden die Kolonien einfach vom Himmel fallen.
    Daß dahinter natürlich blutige Kriege, blutige Unterdrückungsmechanismen, Ausplünderungen, etc. stehen, wird immer „vergessen“ zu erwähnen.

    Angeblich waren nur die Deutschen in afrikanischen Kolonien schlimm; die Angelsachsen waren immer die reinsten Unschuldsengel.
    Wie die Bilder zeigen, wo die Engländer millionenfach Leute verhungern ließen…

  4. apollinaris schreibt:

    Der Anden-Adolf ist letztlich auch nur ein Gescheiterter. Ein typisch deutsches Vorbild. Große Ziele und tatsächlich Endstation Selbstuntergang. Nicht nachahmenswert. Es gilt, die prodeutschen Sympathien, die es in Mittel- und Südamerika heute tatsächlich gibt, in eine für uns produktive Richtung zu lenken. Vielleicht hat jemand dazu Ideen.

  5. grumbleduke schreibt:

    Das Denken der war pigs, in einem (sehr berühmten) Satz, der wohl auch in Vergessenheit geraten ist:

    ‚It became necessary to destroy the town to save it‘, a United States major said today. He was talking about the decision by allied commanders to bomb and shell the town regardless of civilian casualties, to rout the Vietcong.[3]

    http://en.wikipedia.org/wiki/B%E1%BA%BFn_Tre

  6. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:
  7. ostseestadion schreibt:

    Gut, dass der erhenhafte Befreiuungskrieg 1870 zuende war.
    Die Finanzmafia mussste da nämlich schon die nächste Befreiung vorbereiten.
    1871 wurde in Europa ein weiterer Schurkenstaat geboren. Welcher mit aller Welt friedlich Handel in Warenwährung führte. Rohstoffe gegen fertige Ware. Ohne den Dollar.
    Friedlich. Pfui der Deibel.

  8. smnt schreibt:

    Super. Danke.
    Die Blaupause der NWO.

  9. Schneider schreibt:

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